"KURIER"-Kommentar von Josef Votzi: "Versager Schule"

ÖVP-Chef unter Druck: Die Wirtschaft ruft aus schlichter Not nach der Gesamtschule.

Wien (OTS) - Was war das für ein Getöse als Beatrix Karl vor drei Wochen das "Gymnasium für alle bis 14", vulgo Gesamtschule, forderte. Der ÖAAB, dessen Generalsekretärin Karl war, ging auf Distanz. Die Lehrergewerkschaft sah gar einen "ausgesprochenen Skandal".
Der Skandal ist die Realität in den Schulen. Aus schlichter Not stellt sich nun der ÖVP-Wirtschaftsbund demonstrativ hinter die ÖAAB-Ministerin. "Hat man früher einen von zwei Schülern problemlos in die Lehre aufnehmen können, so findet man heute nur noch einen unter zwanzig", sagt dessen Generalsekretär Haubner. Ein Befund, den immer mehr teilen, die im Wettbewerbsleben stehen und nicht in den geschützten Werkstätten des öffentlichen Dienstes. Und selbst da brechen zunehmend die Dämme. Ein hochangesehener Schulpraktiker wie Oberösterreichs Landesschulratspräsident Fritz Enzenhofer kann sich eine Gesamtschule "gut vorstellen". Bis zum Vorstoß der VP-Wissenschaftsministerin war auch er ein Gegner der "Einheitsschule".
VP-Chef Pröll suchte jüngst Karls Vorpreschen als "persönliche Meinung" abzutun. Da wird ihm bald mehr einfallen müssen. Das "Ja zur Gesamtschule" ist längst auf dem Weg zur Gesamtmeinung - auch in der ÖVP.

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