Industrie: Gleichstellung wichtiges Zukunftsthema

IV-GS Beyrer: Nationaler Aktionsplan für Gleichstellung ist guter Kompromiss - Erfolg sachlicher Politik - Freiwilligkeit statt verpflichtender Quoten durchgesetzt

Wien (OTS/PdI) - Die Industrie begrüßt die von Bundesministerin Gabriele Heinisch-Hosek vorgestellten Maßnahmen im Nationalen Aktionsplan für Gleichstellung als "solide Basis für mehr Gleichstellung von Frauen und Männern", erklärte der Generalsekretär der Industriellenvereinigung (IV) Mag. Markus Beyrer heute, Sonntag, anlässlich der Aussagen der Ministerin in der ORF-"Pressestunde". Gleichstellung sei "ein Zukunftsthema". "Eine bessere Gleichstellung von Frauen und Männern ist sowohl aus gesellschaftspolitischen Gründen als auch im Interesse des Standortes ganz einfach sinnvoll."

Die derzeit häufig thematisierten Maßnahmen zur Einkommenstransparenz seien aber nur ein Teil von zahlreichen Vorhaben, die im vergangenen Jahr gemeinsam mit den Sozialpartnern und der IV gesammelt wurden. "Erfreulich ist aus unserer Sicht vor allem auch, dass vom falschen Weg einer Einführung einer gesetzlichen Frauenquote in Aufsichtsräten abgesehen wird. Freiwilligkeit ist immer besser als Zwang", betonte Beyrer. Der NAP-Gleichstellung sei jedenfalls als Erfolg einer sachlichen Politik zu sehen. "Die österreichische Industrie, die diesen Prozess als verantwortungsvoller Partner fördert und unterstützt, erwartet sich nun konkrete Schritte der Umsetzung. Der ausverhandelte Kompromiss hat naturgemäß für alle Seiten gleichermaßen zu gelten", erklärte Beyrer.

Aus Sicht der Industrie haben vor allem fünf Schwerpunkte Priorität:

1. "Es muss uns gelingen, mehr Frauen und Mädchen für die Wahl a-typischer Berufe bzw. Ausbildungswege zu begeistern", so Beyrer, der auf entsprechende Vorschläge der IV für einen Ausbau der geschlechtssensiblen Information, Beratung und Orientierung für Bildung und Beruf in der 7. und 8. Schulstufe und eine verbindliche Verankerung geschlechtssensibler Berufsorientierung in der Aus- und Fortbildung von Lehrerinnen und Lehrer verwies.

2. Wie auch die Ministerin betonte, gelte es auch die Vereinbarkeit von Familie und Beruf zu verbessern. Vor allem die Angebote für die Kinderbetreuung müssten optimiert werden. "Auch ein Umdenken im Umgang mit Familienleistungen ist gefragt: In Zukunft wird mehr Augenmerk auf Sach- als auf Geldleistungen zu legen sein, um Frauen und Familien dort zu fördern, wo es ihnen am meisten nützt", betonte Beyrer. Insgesamt dürfe das Potenzial von Frauen im Erwerbsleben nicht ungenutzt gelassen werden.

3. Um vermehrt Frauen auch in Führungspositionen zu bringen sollte nicht auf Regulierung, sondern auf Freiwilligkeit gesetzt werden. Mit dem Führungskräfteprogramm "Zukunft.Frauen" sei die Arbeitgeberseite in diesem Bereich bereits aktiv.

4. Die nun im NAP vorgesehenen Einkommensanalysen in Betrieben seien als Unterstützung der Gleichstellungsaktivitäten von Unternehmensleitung und Betriebsräten vorgesehen. Sie würden jedoch nicht extern veröffentlicht, sondern können intern vom Betriebsrat eingesehen werden.

5. "Zentral wird es sein, verstärkte Bewusstseinsbildung zu betreiben und veraltete Rollenbilder aufzubrechen, gerade auch bei Frauen mit Migrationshintergrund", so Beyrer. "Studien belegen, dass die meisten Einflussfaktoren auf den Gender Pay Gap in einem traditionellen Rollenbild von Mann und Frau wurzeln. Hier gilt es verstärkt anzusetzen."

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