ExpertInnen fordern: Halbierung der Arbeitslosigkeit durch rasche Energiewende

Laut ExpertInnen könnte durch eine sofortige Energiewende die Arbeitslosigkeit mittelfristig halbiert werden. Technologien sind vorhanden und erprobt, es fehlt an der breiten Umsetzung

Raabs an der Thaya (OTS) - Die Finanzkrise hat die Frage nach
einer nachhaltig sicheren und leistbaren Energieversorgung für Österreich in den Hintergrund gedrängt. Die Probleme des dominierenden fossilen Energiesystems bestehen aber weiter. So fließt ein Großteil der Ausgaben für Energie ins Ausland statt in Österreich Arbeitsplätze durch erneuerbare Energie zu sichern. "In spätestens drei Jahren werden die Ölpreise explodieren, wenn der Verbrauch weiter ungebremst zunimmt, da die Verfügbarkeit von Öl laufend sinkt", warnt Michael Cerveny, Energieexperte der Österreichischen Gesellschaft für Umwelt und Technik. Die Suche nach neuen Ölquellen wird immer riskanter, wie die Ölkatastrophe im Golf von Mexiko auf tragische Weise gezeigt hat.

Halbierung der Arbeitslosigkeit durch Energiewende

Beim jährlichen Treffen führender EnergieexpertInnen aus Wirtschaft, Forschung und Verwaltung in Raabs an der Thaya wurden Wege diskutiert, um die Umsetzung einer Energiewende hin zu mehr Effizienz und erneuerbaren Energien zu beschleunigen. "Durch Green Jobs im Bereich der Energie- und Umwelttechnik läßt sich die Arbeitslosigkeit in Österreich binnen weniger Jahre halbieren", betont Johannes Haas, Studiengangsleiter an der Fachhochschule Joanneum. Nachhaltige Energietechnologien sind zumeist "made in Austria", die heimische Wertschöpfung beträgt bis zu 70 Prozent. Der politische Prozess in Richtung der Energiewende sei jedoch trotz Erstellung der Energiestrategie Österreich ins Stocken geraten. Die ExpertInnenrunde mahnte daher konkrete Schritte ein, um die Umsetzung der Strategie voranzutreiben. Dabei ist besonders zu berücksichtigen, dass Nutzen und Lasten der erforderlichen Maßnahmen sozial gerecht verteilt werden, wie die ExpertInnen betont haben. Für die Umsetzung in die Breite sei es erforderlich, einen Dialog mit Sozialpartnern und Politik in Gang zu setzen, um eine konstruktive Auseinandersetzung mit der Energiewende zu bewirken. Kreativität ist gefragt! "Nichtstun verstärkt nur die sozialen Probleme einer Energieversorgung ohne Zukunft, wie wir sie derzeit haben", so Doris Hammermüller, Geschäftsführerin der AEE NÖ Wien.

Technologien für Energiewende vorhanden, breite Umsetzung fehlt

"Die Technologien für eine Energiewende bis hin zu einer Energieautonomie sind längst vorhanden", meint Roger Hackstock, Geschäftsführer des Verbandes Austria Solar. Was fehlt sind förderliche Rahmenbedingungen für die Verbreitung innovativer Energietechnologien. "Im Ausland treffen wir auf wesentlich bessere Voraussetzungen für die Umsetzung solarer Großprojekte als in Österreich", sagt Christian Holter, Geschäftsführer der S.O.L.I.D. GesmbH. Österreich droht in den nächsten Jahren seinen Ruf als internationaler Vorreiter zu verlieren, wenn keine entsprechenden Umsetzungsschritte gesetzt werden. Auch hier gilt: Kreativität ist gefragt!

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DI Roger Hackstock
Verband Austria Solar
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roger.hackstock@austriasolar.at

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