Industrie begrüßt NAP Gleichstellung als "solide Basis"

IV-Präsident Sorger: Guter Kompromiss mit vielen aktivierenden Initiativen - Erfolg sachlicher Politik - Freiwilligkeit gegen verpflichtende Quoten durchgesetzt

Wien (OTS/PdI) - Die Industrie begrüßt den von Bundesministerin Gabriele Heinisch-Hosek koordinierten Nationalen Aktionsplan für Gleichstellung als "solide Basis für mehr Gleichstellung von Frauen und Männern", betonte der Präsident der Industriellenvereinigung (IV) Dr. Veit Sorger heute, Mittwoch. Maßnahmen zur Einkommenstransparenz seien in diesem Zusammenhang nur ein Teil von zahlreichen Vorhaben, die im vergangenen Jahr gemeinsam mit den Sozialpartnern gesammelt wurden. "Erfreulich ist aus unserer Sicht vor allem auch, dass vom falschen Weg einer Einführung einer gesetzlichen Frauenquote in Aufsichtsräten abgesehen wird. Freiwilligkeit ist immer besser als Zwang." Der NAP stelle einen Plan dar, für dessen Umsetzung noch etliche Abstimmungen mit einzelnen Ministerien, aber auch hinsichtlich der Finanzierbarkeit erfolgen müssten. Er hoffe nun auf eine rasche Umsetzung, denn eine bessere Gleichstellung von Frauen und Männern "ist sowohl aus gesellschaftspolitischen Gründen als auch im Interesse des Standortes ganz einfach sinnvoll".

Aus Sicht der Industrie seien vor allem fünf Schwerpunkte Priorität:

1. "Es muss uns gelingen, mehr Frauen und Mädchen für die Wahl a-typischer Berufe bzw. Ausbildungswege zu begeistern", so der IV-Präsident, der etwa auf entsprechende Vorschläge der IV für einen Ausbau der geschlechtssensiblen Information, Beratung und Orientierung für Bildung und Beruf in der 7. und 8. Schulstufe und eine verbindliche Verankerung geschlechtssensibler Berufsorientierung in der Aus- und Fortbildung von Lehrerinnen und Lehrer verwies.
2. Weiters gelte es die Vereinbarkeit von Familie und Beruf zu verbessern, Vor allem die Angebote für die Kinderbetreuung müssten optimiert werden. "Auch ein Umdenken im Umgang mit Familienleistungen ist gefragt: In Zukunft wird mehr Augenmerk auf Sach- als auf Geldleistungen zu legen sein, um Frauen und Familien dort zu fördern, wo es ihnen am meisten nützt."
3. Um vermehrt Frauen auch in Führungspositionen zu bringen sollte nicht auf Regulierung sondern Freiwilligkeit gesetzt werden. Mit dem Führungskräfteprogramm "Zukunft.Frauen" ist die Arbeitgeberseite in diesem Bereich bereits aktiv.
4. Die nun im NAP vorgesehenen Einkommensanalysen in Betrieben seien als Unterstützung der Gleichstellungsaktivitäten von Unternehmensleitung und Betriebsräten vorgesehen. Sie würden jedoch nicht extern veröffentlicht, sondern können intern vom Betriebsrat eingesehen werden.
5. "Zentral wird es sein, verstärkte Bewusstseinsbildung zu betreiben und veraltete Rollenbilder aufzubrechen", so Sorger zum letzten Schwerpunkt der Industrie. "Studien belegen, dass die meisten Einflussfaktoren auf den Gender Pay Gap in dem traditionellen Rollenbild von Mann und Frau und Geschlechterstereotypen wurzeln. Hier gilt es verstärkt anzusetzen", so der IV-Präsident.

Aus Sicht der IV sei der NAP jedenfalls als Erfolg einer sachlichen Politik zu sehen. "Die österreichische Industrie, die diesen Prozess als verantwortungsvoller Partner fördert und unterstützt, erwartet sich nun konkrete Schritte der Umsetzung", erklärte Sorger.

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