Streit zwischen SVA und Ärzten existenzbedrohend. Rechtswidrigkeit prüfen.

Purkersdorf (OTS) - Rund 420.000 Patienten, die ausschließlich
bei der Sozialversicherung der Gewerblichen Wirtschaft (SVA) krankenversichert sind, müssen das Geld für Arztbesuche vorstrecken. Mehr als 60 Prozent dieser SVA Versicherten haben heute ein Einkommen von unter 1000 Euro im Monat (Ein-Personen-Unternehmen, Ich-AGs, Pensionisten, etc.).

"Alle sprechen von Wirtschaftskrise und daraus resultierendem Liquiditätsengpaß für Unternehmen. Mikrokredite werden mit teils staatlicher Besicherung ausgereicht. Woher allerdings Kleinstunternehmer und Pensionisten die Liquidität hernehmen sollen, um einem Versicherungsträger wie der SVA das Geld für einen Arztbesuch vorzustrecken, erklärt den Betroffenen niemand" sagt Mag. Michael Krichel, Bezirksvorsitzender des SWV Purkersdorf.

"Tatsächlich sind die Unterschiede bei den ärztlichen Tarifen zwischen Gebietskrankenkasse und SVA teils dramatisch, im Schnitt liegt man um mehr als 50 Prozent über den Gebietskrankenkassen. Das liegt aber auch daran, daß die SVA lange als "Luxus-Kasse" wohlhabender Unternehmer galt.

Wir haben als Sprachrohr der Klein - und Kleinstunternehmer die Pflicht, die Herren Verhandler vom hohen Ross zu holen. Sie sollen ihren Tarifstreit nicht auf dem Rücken der Unternehmer austragen. Was nützt es uns Unternehmern, wenn Dr. Leitl sagt, es wird schon klappen, daß wir bis zu 80% des ausgelegten Geldes wieder zurückerstattet bekommen. Sagt er das als Chef der SVA? Oder besinnt er sich endlich darauf, als Wirtschaftskammer Präsident nicht nur Großunternehmen und Konzerne zu vertreten?" erklärt Andreas Altermann vom SWV die brisante Situation.

Mann müsse klären, ob der vertragslose Zustand zwischen der SVA und den Ärzten im Hinblick auf die gemäß Sozialversicherungsgesetzen ableitbare Pflichtversicherung für Unternehmer überhaupt rechtens sei oder ob dieser nicht bedeute, die Pflichtversicherung sei aufgehoben, so die beiden SWV Funktionäre weiter.

Mag. Krichel dazu: "Es geht nicht an, daß neben der Pensions- und Unfallversicherung der wesentlichste Teil der Sozialversicherung, nämlich die Krankenversicherung, einfach durch einen vertragslosen Zustand die Unternehmer trifft, während die SVA munter weiter die Vorschreibungen per Quartal schickt".

"Wir werden die Empörung der betroffenen Unternehmer ernst nehmen und fordern Herrn Dr. Leitl als Manager der SVA und die Ärzteschaft auf, endlich in einen lösungsorientierten Dialog zu treten" beharrt Altermann auf einer zeitnahen Lösung.

"Es müßte nur so schnell gehen, wie Mahnungen von der SVA kommen, wenn man auch nur einige Tage zu spät die Beiträge bezahlt" führt Altermann "in Anspielung auf die Mahn - und Exekutierfreudigkeit der SVA" weiter aus.

Rückfragen & Kontakt:

Sozialdemokratischer Wirtschaftsverband, Bezirksorganisation Purkersdorf
Mag. Michael Krichel, 0664 4537416
Andreas Altermann, 0676 88900850

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