Blue Buildings: Experten fordern verstärkt ethisches und innovatives Denken in der Immobilienbranche

Wien (OTS) - Nachhaltiges Planen, Bauen und Bewirtschaften von Immobilien betrifft Aspekte der Stadtentwicklung ebenso wie Perspektiven der gesellschaftlichen Verantwortung, des Facility Managements und der Architektur. Erörtert wurde dies von rund 20 Vortragenden im Rahmen der ersten österreichischen "Green & Blue Building Conference" (GBB), die am letzten Tag der diesjährigen Real Vienna von 200 Experten aus der Bau- und Immobilienbranche besucht wurde. Alle Unterlagen und Präsentationen der GBB werden unter www.ogni.at/gbb zum Download angeboten.

Perspektive der Stadtentwicklung: City 2050

Erstmals in Österreich wurde auf der GBB das international beachtete ULI Konzept "City 2050" präsentiert und diskutiert. "Mit City 2050 zeigen wir relevante Herausforderungen auf, die es für Städte zukünftig zu lösen gilt", so Claudia Gotz (ULI). "City 2050 werden wir als ULI für den CEE-Raum weiterentwickeln", kündigt ULI Chair Austria Philipp Kaufmann an. Markus Neurauter (Raiffeisen evolution) sieht in diesem Zusammenhang vor allem die Politik in der Verantwortung, geeignete Rahmenbedingungen im Wettbewerb der Regionen und Städte zu schaffen. Und, so Neurauter: "Heutzutage gibt es keine Gebäude mehr, die nicht nachhaltig gebaut werden. In Zukunft streben wir für alle unsere Projekt- und Immobilienarten in Österreich und CEE DGNB-Zertifizierungen der ÖGNI an."

CSR und ethisches Handeln

"Nachhaltige Investments im Immobilienbereich sind auch in Österreich immer stärker gefragt " so Martin Weishäupl (Brainbows), der Unternehmen im Bereich der Nachhaltigkeit und CSR berät. Für Franz Haimerl (LeitnerLeitner) ist CSR auch eine Chance, sich zu positionieren und das richtige zu machen. So sieht es auch Gerald Geiger von Spar, der herausstreicht, dass ein Unternehmen wie Spar als größtes Familienunternehmen gesellschaftliche Verantwortung übernehmen muss. Die ÖGNI ermögliche Immobilienunternehmen, den richtigen Weg für ein Corporate Governance Modell einzuschlagen. Ein Angebot, dass von derzeit 150 Mitgliedsunternehmen in Anspruch genommen wird. "Wir verstehen dies als Auftrag für die nächsten Monate, ethisches Handeln für Immobilienunternehmen in Österreich zu fördern und geeignete Instrumente zu entwickeln", so Präsident Philipp Kaufmann.

Facility Management

Dass Nachhaltigkeit nicht mit der Übergabe einer Immobilie endet, wurde in der Diskussionsrunde zum Thema Facility Management deutlich. "Für das Facility Management ist Nachhaltigkeit eine zentrale Herausforderung, um die Bewirtschaftungskosten langfristig zu senken und vor allem die Qualität für den Nutzer zu erhöhen", führt Margot Grim (FMA) in ihrem Eingangsstatement aus.

Architektur, Innovation & Projektentwicklung

Im abschließenden Podium forderten Bernhard Steger als Sprecher der Plattform Architekturpolitik und Anna Popelka (Popelka Poduschka Architekten) ein "gesellschaftliches Bekenntnis" zu innovativem Denken in der Architektur. Denn, so Popelka: "In der Architektur ist das, was am Ende da ist, immer neu. Es gibt aber immer Unsicherheiten, die bei innovativen Ansätzen zu überwinden sind." Eine dieser Unsicherheiten betrifft die Frage, ob der Markt und damit der Nutzer bereit seien, für innovative Leistungen im Sinne der Nachhaltigkeit einen entsprechend höheren Preis zu zahlen. Martin Roth (Immobilien Rating GmbH) hebt in diesem Zusammenhang für Investoren immer wichtigere Mindeststandards bei Green Buidling Faktoren hervor: "Für Projekte, die diesem Standard nicht entsprechen, wird es in Zukunft Abschläge geben. Das gilt besonders für Märkte wie Österreich, die sich bereits auf einem hohen Niveau bewegen."

Daher stehe bei der ÖGNI auch im Vordergrund, durch die Zertifizierung einen Paradigmenwechsel hinsichtlich des Stellenwerts von nachhaltigem Bauen, Planen und Bewirtschaften zu bewirken. Philipp Kaufmann abschließend: "Die Zertifizierung ermöglicht diese Entwicklung, da sie Transparenz und Sicherheit schafft - für Investoren, Bauherren und Nutzer."

Über die ÖGNI

Österreichische Gesellschaft für Nachhaltige Immobilienwirtschaft (ÖGNI) ist eine Initiative der österreichischen Bau- und Immobilien-wirtschaft um Nachhaltiges Bauen und Bewirtschaften zu etablieren. Der Verein wurde am 29.09.2009 von 125 Gründungsmitgliedern gegründet. Die ÖGNI zertifiziert nachhaltige Gebäude mit dem internationalen DGNB-System, welches für den österreichischen Markt adaptiert wurde, und ist Mitglied im World Green Building Council (WGBC).

Rückfragen & Kontakt:

Österreichische Gesellschaft für
Nachhaltige Immobilienwirtschaft (ÖGNI)

Philipp Kaufmann
0699 17 77 66 66
philipp.kaufmann@phka.at

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