AK fordert mehr Gerechtigkeit als Mittel gegen die Krise "Wir wollen die Krot nicht schlucken!"

Linz (OTS) - Die wachsende Ungleichverteilung von Einkommen und Vermögen hat die Krise verursacht. Dennoch werden fast nur die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer zur Kasse gebeten. Diese aber wollen "die Krot nicht schlucken". Mehr Gerechtigkeit sei das beste Mittel gegen die Krise, stellt AK-Präsident Dr. Johann Kalliauer fest.

Die Arbeiterkammer Oberösterreich hat die Entwicklung der Einkommen in Österreich über einen Zeitraum von zehn Jahren analysiert. Das Ergebnis zeigt eine starke Auseinanderentwicklung. Zwischen 1997 und 2007, also in den zehn Jahren vor der Krise, stiegen die Bruttoeinkommen der Arbeitnehmer/-innen insgesamt um 37 Prozent, pro Kopf um 26 Prozent. Dem stehen folgende Steigerungsraten bei anderen Einkommensarten gegenüber:
- Selbständigen-Einkommen plus 70 Prozent
- Unternehmensgewinne plus 95 Prozent
- Einkommen aus Vermögen plus 77 Prozent
- Aktiengewinne plus 332 Prozent (Anstieg der Börsenkurse in Österreich, also des ATX, von Mai 2000 bis Mai 2007).

Zum Vergleich: Das gesamte Volkseinkommen wuchs in diesen zehn Jahren um 50 Prozent, der private Konsum um 40 Prozent. Die Sozialleistungen (inklusive Pensionen) stiegen von allen verglichenen Größen am wenigsten, nämlich um 35 Prozent.

Wer über längere Zeiträume in Aktien investiert oder mit ihnen spekuliert hat, verdiente also großartig, ohne dafür etwas leisten zu müssen. Durch die ungebremste und ungezügelte Spekulationswelle hat sich die Ungleichheit in kürzester Zeit verschärft und beinahe zu einem Kollaps unseres Wirtschaftssystem geführt.

Jetzt sollen alle Programme der öffentlichen Hand zur Bekämpfung der Krise, besonders die Bankenhilfspakete, von jenen finanziert werden, die überhaupt nichts für die Krise können - von den Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern, die ohnehin schon den Großteil der Steuern zahlen.

Für die Arbeiterkammer gibt es nur eine logische Schlussfolgerung:
Spekulationsgewinne müssen besteuert werden, und die Vermögenssteuern sind zumindest auf das europäische Durchschnittsniveau anzuheben. "Es gibt keine Gründe, die dagegen sprechen, Spekulationsgewinne endlich zu besteuern", stellt AK-Präsident Dr. Johann Kalliauer klar. Das Argument, dadurch würden die Leistungsträger bestraft, bezeichnet er als "an den Haaren herbeigezogen und zynisch". Wahr ist genau das Gegenteil: Viele Menschen müssen sich ihre geringen Einkommen hart erarbeiten. Hingegen sind Finanzerträge in aller Regel Einkommen, für die keine Gegenleistung erbracht wird.

Mehr zur aktuellen Kampagne mit der Krot und zum Thema "Gerechtigkeit muss sein" finden Sie auf www.arbeiterkammer.com .

Rückfragen & Kontakt:

Arbeiterkammer Oberösterreich, Kommunikation
Martina Macher
Tel.: (0732) 6906-2190
martina.macher@akooe.at
http://www.arbeiterkammer.com

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | AKO0001