Schwentner: Kiesel statt Meilenstein bei Einkommensgerechtigkeit

Grüne zeigen sich enttäuscht über Regelung zur Gehaltsoffenlegung

Wien (OTS) - Die Frauensprecherin der Grünen, Judith Schwentner, zeigt sich über die Einigung zur Einkommenstransparenz mehr als enttäuscht: "Die männlich dominierten Interessensvertretungen haben sich mit dem vorliegenden Vorschlag auf den kleinsten gemeinsamen Nenner verständigt. Es handelt sich um keinen Meilenstein zur Gleichbehandlung von Männern und Frauen, sondern bestenfalls um einen Anstoß zur Sensibilisierung." Der von Frauenministerin Heinisch-Hosek und Sozialminister Hundstorfer präsentierte Vorschlag ändere im Grunde nichts am Status quo, weil bereits jetzt der Betriebsrat Einblick in die innerbetrieblichen Gehaltsstrukturen habe. Es sei nichts anderes als eine bequeme Alibiregelung für die Wirtschaft. "Außerdem birgt der Vorschlag für ein sanktionsloses Gesetz wie dieses, die Gefahr zu totem Recht zu werden", meint Schwentner.

Schwentner ist weiters der Meinung, dass die SPÖ beim Einkommenstransparenz-Modell nicht gut genug verhandelt hat: "In Österreich hat nur ein Prozent aller Unternehmen 150 oder mehr MitarbeiterInnen. Frauen sind überwiegend in Klein- und Mittelbetrieben beschäftigt. Die SPÖ hat einem Modell zugestimmt, das für den Großteil der Frauen keine Verbesserungen ihrer Einkommenssituation bringen wird." Unklar bleibt, wie die Umsetzung der Einkommenstransparenz kontrolliert werden soll.

Positiv zu erwähnen wären allerdings manche der begleitenden Maßnahmen zur Verringerung der Einkommensschere wie die Angabe des Kollektivvertrages in den Stelleninseraten und die Planung eines Lohn- und Gehaltsrechners. "Doch auch hier bleibt die konkrete Umsetzung, mitunter auch die Finanzierung offen. Hier werden viele Kieselsteine aufgewirbelt, jedoch sicherlich keine Meilensteine gesetzt", meint Judith Schwentner.

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