KOBRA, ÜBERNEHMEN SIE!

Wie eine Giftschlange ins Wiener Tierschutzhaus kam.

Wien (OTS) - "Ich bin nicht mehr giftig. Bitte mit toten Tieren füttern!" Dieser lapidare Zweizeiler stand auf einer Schachtel, die eine aufmerksame Spaziergängerin gestern in einem Park in der Grünbergstraße (Wien XII) entdeckt hatte. Der Inhalt des Überraschungspakets: eine Kobra!

Dazu die erstaunte Finderin: "Es war kurz nach 16 Uhr, als mein Hund außerhalb der Hundezone das seltsame Paket erschnüffelte. Ich habe es kurz geschüttelt und gespürt, dass sich im Inneren etwas bewegt. Ich dachte sofort an ein Reptil und habe die Schachtel ins Wiener Tierschutzhaus gebracht."

Als ein Rettungsfahrer des Wiener Tierschutzvereins die Schachtel öffnete, blickte er einer Kobra ins Auge. Die herrenlose Schlange wurde umgehend ins Haus des Meeres weitergegeben, wo sich ExpertInnen um sie kümmern. Erster Befund: Die Schlange verfügt sehr wohl noch über ihre Giftdrüsen!

Madeleine Petrovic, Präsidentin des Wiener Tierschutzvereins (WTV): "Der ungezügelte Handel mit Tieren floriert wie nie zu vor. Erst vor kurzem mussten wir vom Flughafen Wien-Schwechat 27 zum Teil schwer kranke Hundewelpen aufnehmen und medizinisch versorgen. Kurz danach bargen wir zwei Lamas, die herrenlos auf der Donauinsel herumirrten, - und jetzt kommt die Kobra gewissermaßen per Paket ins Wiener Tierschutzhaus."

Petrovic weiter: "Es wird von staatlicher Seite viel zu wenig getan, um diesem Handel einen Riegel vorzuschieben. Hohe, abschreckende Geldstrafen müssen her, die EU-Tiertransportverordnung gehört novelliert und es muss den potentiellen KäuferInnen klar gemacht werden, dass gerade das Halten von Reptilien nicht 'chic' ist, sondern sehr oft Tierqual mit sich zieht."

Die WTV-Präsidentin abschließend: "Die Tierschutzhäuser alleine können dieses ausufernde Problem nicht lösen. Sie haben Kapazitätsprobleme und bleiben oft auf horrenden Tierarztkosten sitzen. Bei den 27 Welpen hatte der Wiener Tierschutzverein das Glück, dass eine große Tageszeitung die Veterinärrechnung übernahm. Bei weniger großen Sympathieträgern wie Reptilien ist es da schon schwieriger."

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