Hundstorfer zur Einkommenstransparenz: Weiterer Schritt, um Einkommensschere zu schließen

Einigung aller Vertreter der österreichischen Wirtschaft erzielt - Betriebsinterne Veröffentlichung schrittweise für Betriebe mit mehr als 150 Mitarbeitern

Wien (OTS/SK) - "Mit der Einigung zur Einkommenstransparenz haben wir einen weiteren Schritt gesetzt, um die Einkommensschere zu schließen", so Sozialminister Rudolf Hundstorfer am Mittwoch in einer gemeinsamen Pressekonferenz mit Frauenministerin Gabriele Heinisch-Hosek zur Einigung zur gesetzlichen Verankerung der Einkommenstransparenz. Hundstorfer ergänzte: "Transparenz allein löst das Problem der Einkommensschere aber nicht, wir werden weiter gesellschaftspolitisch an der Lösung arbeiten." ****

Nach schwedischem Vorbild werden jährliche Einkommensberichte verfasst, die die durchschnittlichen Löhne und Gehälter von Männern und Frauen in vergleichbaren Positionen betriebsintern offenlegen. Die Gehälter werden auf Vollzeitgehälter hochgerechnet, um die Vergleichbarkeit zu gewährleisten. "Rückschlüsse auf das Gehalt einzelner werden aber nicht möglich sein, da die Daten anonymisiert zur Verfügung gestellt werden", erklärte der Sozialminister. Die Einkommensberichte werden bei der Belegschaftsvertretung einsehbar sein. Den Start machen ab dem Jahr 2011 Unternehmen mit mehr als 1.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, das betrifft 15 Prozent der österreichischen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer. In drei weiteren Schritten sind die Einkommensberichte in Unternehmen mit mehr als 500, 250 und 2014 schließlich mit über 150 Mitarbeitern durchzuführen - damit werden 41 Prozent der Arbeitnehmer erreicht sein.

Weitere Maßnahmen gegen die Einkommensschere

"Neben den Einkommensberichten setzen wir auch weitere Maßnahmen, um die Einkommensschere zu verringern. Unternehmen werden verpflichtet, bei Jobausschreibungen den kollektivvertraglichen Mindestlohn anzugeben, um eine bessere Gehaltsorientierung zu ermöglichen", so der Sozialminister. Auch ein Gehaltsrechner, wie es ihn bereits in der Schweiz gibt, soll in Österreich zur Verfügung gestellt werden, das sei eine "Zukunftsinvestition", nur die Frage der Finanzierung sei noch zu lösen.

Gesamte Wirtschaft sagt Unterstützung zu

"Ich gehe davon aus, dass sich die Betriebe an die Verfassung der Einkommensberichte halten werden, da alle Sozialpartner inklusive Industriellenvereinigung - also die Repräsentanten der gesamten österreichischen Wirtschaft - an der Einigung beteiligt waren und sich zur Unterstützung verpflichtet haben", so der Sozialminister zuversichtlich. "Wir müssen das Machbare sehen und das Machbare war die heute präsentierte Einigung. Wenn Sie mich vor einem Jahr gefragt hätten, hätte ich diese Einigung noch nicht für möglich gehalten", so Hundstorfer, der sich bei den Sozialpartnern für ihre gute Zusammenarbeit bedankte. (Schluss) bj

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