Heinisch-Hosek: Das Versteckspiel mit dem Einkommen hat ein Ende

Einkommenstransparenz wird im Gesetz verankert - 2014 sind 40 Prozent der Beschäftigten erfasst

Wien (OTS/SK) - "Heute ist ein wichtiger, ein großer Tag für die Frauen in Österreich. Das Versteckspiel mit dem Einkommen hat ein Ende", sagte Frauenministerin Gabriele Heinisch-Hosek am Mittwoch bei einer gemeinsamen Pressekonferenz mit Sozialminister Rudolf Hundstorfer zur Einigung zur gesetzlichen Verankerung der Einkommenstransparenz. "Vor einigen Tagen haben wir den Frauenbericht präsentiert, der offenbarte, dass die Einkommensunterschiede zwischen Männern und Frauen größer statt kleiner werden. Umso mehr freut es mich, dass zwischen den Sozialpartnern und der Industriellenvereinigung eine Einigung erzielt wurde, die Einkommenstransparenz im Gleichbehandlungsgesetz zu verankern", so Heinisch-Hosek. Sie führte weiter aus, dass diese Einigung "einen wichtigen Schritt in Richtung Gleichstellung" darstelle. ****

"Es geht darum, den Frauen nicht 'großzügig' etwas zuzugestehen, sondern ihnen das zukommen zu lassen, was ihnen zusteht", betonte die Frauenministerin. "Mein Respekt und Dank gilt den Sozialpartnern und der Industriellenvereinigung, die den vorliegenden Entwurf zur Verankerung der Einkommenstransparenz in vielen Sitzungen verhandelt haben. Damit leisten wir einen wichtigen Beitrag, um die Einkommensunterschiede zwischen Männern und Frauen zu verkleinern", so Heinisch-Hosek. Der Entwurf orientiert sich am schwedischen Modell. "Wir lernen also von den Besten. In Schweden machen die geschlechtsspezifischen Einkommensunterschiede 6 Prozent aus, in Österreich sind es bis zu 18 Prozent", betonte Heinisch-Hosek.

Die Unternehmen werden den durchschnittlichen Verdienst von Männern und Frauen in vergleichbaren Positionen betriebsintern anonymisiert veröffentlichen. Bis 2014 wird in einem Stufenplan fast die Hälfte aller österreichischen ArbeitnehmerInnen erfasst sein; den Anfang machen ab 2011 Großbetriebe mit mehr als 1.000 Mitarbeitern. Im Jahr 2014 werden dann mittelständische Betriebe mit mehr als 150 MitarbeiterInnen Einkommensberichte erstellen. Die Gehaltsinformationen stehen der Belegschaftsvertretung zur Verfügung und gelten vor Gericht auch als Beweismittel. "Das setzt einen Schneeballeffekt in Gang, und in einigen Jahren werden die Frauen, die Wirtschaft und die gesamte Gesellschaft die Früchte ernten", so die Frauenministerin.

Mit dem Koalitionspartner - im Konkreten mit Wirtschaftsminister Mitterlehner - sei akkordiert, dass diese Einigung der Sozialpartner und Industriellenvereinigung in die geplante Novelle des Gleichbehandlungsgesetzes eingearbeitet werde und dann in Begutachtung geschickt werde. Im Herbst soll das Gesetz im Sozialausschuss beschlossen und ab 1. Jänner 2011 in Kraft treten. (Schluss) bj

Rückfragen & Kontakt:

SPÖ-Bundesorganisation, Pressedienst, Löwelstraße 18, 1014 Wien
Tel.: 01/53427-275
http://www.spoe.at/impressum

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | NSK0002