Zementindustrie sucht nachhaltige Vorbilder - Internationaler Award "Energiespeicher Beton" ausgeschrieben

Wien (OTS) - Nachhaltigkeit und Klimaschutz sind zu einem entscheidenden Qualitätsfaktor für Gebäude geworden. Eine neue, zukunftsweisende Technologie ist die sogenannte thermische Bauteilaktivierung. Bauteile aus Beton dienen dabei als Energiespeicher. Um den internationalen Erfahrungsaustausch zum Einsatz dieser Technologie zu forcieren, wurde nun der mit 30.000 Euro dotierte Innovationspreis "Energiespeicher Beton" ausgeschrieben. Dieser soll einen wichtigen Anreiz schaffen, sich intensiv mit der Speichermasse Beton als aktives Heiz- und Kühlelement in Gebäuden auseinanderzusetzen. Einreichschluss ist der 14. Juni 2010.

Die Auslobung dieses Preises erfolgt durch die österreichische Zementindustrie mit Unterstützung des Bundesministeriums für Verkehr, Innovation und Technologie (BMVIT), der Österreichischen Gesellschaft für Umwelt und Technik (ÖGUT), der Austrian Construction Technology Platform (ACTP), des Betonmarketings Österreich sowie der deutschen und schweizerischen Betonindustrie. "Es ist uns ein besonderes Anliegen länderübergreifend zu arbeiten, denn der Klimaschutz kennt auch keine Grenzen", so Felix Friembichler, Geschäftsführer der Vereinigung der Österreichischen Zementindustrie (VÖZ). Gesucht werden Gebäude, die aktiv die Speichermasse Beton als Heiz- und Kühlelement nutzen und im Zeitraum 2000 bis 2010 errichtet wurden oder gerade in Entstehung sind. Die Projekte können sowohl von Planern, Investoren, Ausführenden, Betreibern als auch von Eigentümern bis zum 14. Juni 2010 unter www.betonmarketing.at eingereicht werden.

Nachhaltige Vorbilder für neue, kreative Baukonzepte

Der Fokus des Wettbewerbs liegt auf der Reduktion des Energieaufwandes bei der Gebäudeklimatisierung durch die Bauteilaktivierung. Die Ressourcen schonende Klimatisierung von Gebäuden durch die Bauteilaktivierung wird durch in Betondecken und -wänden verlegte, wasserdurchflutete Kunststoffrohre erreicht. Die Decken und Wände dienen als Heiz- bzw. Kühlelemente, in die je nach Bedarf Wärme oder Kälte eingespeichert werden kann. Durch die abgegebene thermische Strahlung werden die umgebenden Räume temperiert. Im Vergleich zu herkömmlichen Heizungen können so wesentlich größere Flächen mit vergleichsweise niederen Temperaturen thermisch aktiviert werden, wodurch der Energiebedarf des Gebäudes deutlich sinkt

Kühlenergiebedarf größer als Heizenergiebedarf

Bei der Planung und Realisierung von Ressourcen schonender Gebäudeklimatisierung stand bisher fast ausschließlich der Heizenergiebedarf im Mittelpunkt. Mittlerweile ist der Kühlenergiebedarf wesentlich gestiegen. Gründe dafür sind die immer bessere Wärmedämmung der Gebäude und steigende Nutzeranforderungen. Dazu kommt, dass die Innenausbauten häufig in Leichtbauweise hergestellt werden. Die so hergestellten Zwischenwände, abgehängten Decken und Doppelböden können die Aufgaben einer thermisch wirksamen Speichermasse nicht übernehmen. Die Folge ist, dass Räume häufig im Sommer nur genutzt werden können, wenn sie mit einem beträchtlichen Energieaufwand gekühlt werden. Aus Sicht der Nachhaltigkeit ist der hohe Strombedarf gerade im Sommer nicht zielführend. Die Stromgewinnung aus Wasserkraft ist aufgrund der geringen Wasserführung der Flüsse tendenziell niedrig. Deshalb ist jetzt der richtige Zeitpunkt, eine neue Herausforderung in der Gebäudeplanung anzunehmen, bei der es gilt die Vorteile der Bauteilaktivierung zu nutzen. Gerade bei der Planung von Bürogebäuden liegt dafür ein enormes Potenzial vor.

Bauteilaktivierung erfordert Umdenken der Architekten

Ansprechen soll der Innovationspreis 2010 "Energiespeicher Beton" in erster Linie den Architekten und Planer. Mit der Ausschreibung des Wettbewerbes erwarten sich die Auslober viele "Good Practice" Beispiele realisierter bzw. in Bau befindlicher Gebäude. Anhand dieser soll der aktuelle Kenntnisstand der aktiven Nutzung von Betonspeichermassen dokumentiert und mit den Ergebnissen schließlich der weiterführende Forschungs- und Ausbildungsbedarf festgestellt werden. Ziel der Bauteilaktivierung in der Praxis ist es, höheren Wohnkomfort bei niedrigerem Energieverbrauch zu realisieren.

VÖZ, die Vereinigung der Österreichischen Zementindustrie

Die Vereinigung der Österreichischen Zementindustrie versteht sich als Partner von Baugewerbe und Bauindustrie, der Behörden und Auftraggeber, aber auch als Service- und Anlaufstelle für den Endverbraucher. Die Österreichische Zementindustrie widmet sich intensiv der Forschung und Entwicklung des Baustoffes Beton. Mit der Forcierung neuer Technologien und dem Angebot von kundenorientierten Speziallösungen erweist sich die VÖZ als innovativer Motor der Bauindustrie.

Infos unter: www.zement.at; www.betonmarketing.at

Rückfragen & Kontakt:

Pressestelle der Österreichischen Zementindustrie, Andrea Baidinger
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