ÖGB-Ruprecht: Meilenstein in der Frauenpolitik

Sozialpartner und Industriellenvereinigung haben Einigung zur Einkommenstransparenz erzielt

Wien (OTS/ÖGB) - Für die Sozialpartner und die Industriellenvereinigung hat die Gleichstellung von Frauen und Männern auch in Zeiten der Wirtschaftskrise hohe Priorität. Um das Recht auf "gleiches Einkommen für gleiche und gleichwertige Arbeit" aktiv zu unterstützen, wurde jetzt ein gemeinsames Maßnahmenpaket vereinbart. "Die Sozialpartnereinigung ist ein Meilenstein zur Gleichstellung von Frauen und Männern. Es ist uns vor allem gelungen, die langjährige Forderung des ÖGB nach verpflichtenden Einkommensberichten durchzusetzen. Transparente Einkommen werden das stetige Auseinanderklaffen der Einkommensschere stoppen und einen Wandel bei der Praxis der ungleichen Bezahlung herbeiführen", ist ÖGB-Bundesfrauenvorsitzende Brigitte Ruprecht überzeugt.++++

Die Offenlegung der Einkommen wird nach einem Stufenplan eingeführt. Unternehmen mit mehr als 1000 ArbeitnehmerInnen müssen erstmals ab 2011 für das Jahr 2010 Einkommensanalysen erstellen. Für Unternehmen mit mehr als 150 Beschäftigten gilt das ab 2014. "Diskriminierung ist kein Kavaliersdelikt. Und wenn das Wachrütteln nichts nutzt, muss auf gesetzlicher Ebene etwas passieren", begründet Ruprecht die Notwendigkeit der Einkommenstransparenz.

"Mit der Sozialpartnereinigung ebnen wir den Weg zur raschen Umsetzung des Nationalen Aktionsplans zur Gleichstellung von Frauen. Auch bei Maßnahmen, die das Papier nicht anspricht, etwa die Einführung einer Quote für Aufsichtsräte, analog dem norwegischen Modell, hat Frauenministerin Gabriele Heinisch-Hosek die volle Unterstützung der ÖGB-Frauen", sagt Ruprecht abschließend.

SERVICE

Um das Gleichstellungsziel zu erreichen, wurde zusätzlich zwischen den Sozialpartnern und der Industriellenvereinigung vereinbart:

  • Bei Jobausschreibungen muss zukünftig der kollektivvertragliche Mindestlohn und die Angabe der Bereitschaft zur kollektivvertraglichen Überzahlung angegeben werden, wenn diese besteht.
  • Ein elektronischer Lohn- und Gehaltsrechner, der aktuelle Informationen über die Entlohnung in bestimmten Berufen/Branchen bietet.
  • Der flächendeckende Ausbau der Kinderbetreuung ist weiter zu fördern, sowohl im Bereich Ganztageskinderbetreuungseinrichtungen als auch bei der Nachmittagsschule.
  • Um auch eine nichttraditionelle Berufswahl von Mädchen und Burschen zu unterstützen, soll zukünftig bei der Information und Beratung über mögliche Berufe das Thema der Gendersensibilität verstärkt berücksichtigt werden.
  • Um die partnerschaftliche Aufteilung der Kinderbetreuungspflichten zwischen Müttern und Vätern zu fördern, soll es eine Kampagne pro Väterkarenz geben.
  • Zur Erhöhung des Frauenanteils in Aufsichtsräten soll die seit 1.1.2009 bestehende Empfehlung des Corporate Governance Kodex betreffend Vertretung beider Geschlechter in Aufsichtsräten evaluiert werden.

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