Lebensgefahr für blinde Menschen am provisorischen Ostbahnhof

ÖBSV-Präsident Höllerer und Behindertenanwalt Buchinger fordern die ÖBB zum sofortigen Handeln auf

Wien (OTS) - Kommenden Sonntag ist der "Tag der Sehbehinderten". Dies sollte für die ÖBB Anlass genug sein, bestehende Hindernisse für blinde und hochgradig sehbehinderte Menschen am provisorischen Ostbahnhof zu beseitigen. Trotz mehrmaliger Urgenzen des Österreichischen Blinden- und Sehbehindertenverbandes (ÖBSV) sowie der Behindertenanwaltschaft ist dort die Sicherheit von sehbeeinträchtigten Menschen noch immer massiv gefährdet.

Erste Hürde: Der Fußgängerübergang in der Arsenalstraße beim Ausgang des Bahnhofes in Richtung Schweizer Garten. Dort ist lediglich eine orangefarbige Blinklampe montiert, die in der Praxis jedoch von den AutofahrerInnen ignoriert wird. Aufgrund des starken Lärms der benachbarten Baustelle des Hauptbahnhofes ist es für sehbeeinträchtigte Menschen nahezu unmöglich, selbständig die Straße zu überqueren. Davon konnten sich Behindertenanwalt Dr. Erwin Buchinger und ÖBSV-Präsident Mag. Gerhard Höllerer bei einer gemeinsamen Begehung am 22. April persönlich überzeugen. Noch am selben Tag schrieben die beiden einen Brief an den Vorstandssprecher der ÖBB-Infrastruktur AG, Ing. Mag.(FH) Andreas Matthä, in dem sie auch die zweite Hürde auf dem Weg in Richtung Schnellbahn-Haltestelle Südbahnhof aufzeigten: Die Überquerung der Geleise des D-Wagens, in diesem Bereich dreht noch dazu der Niederflurbus 69A um. Auch hier ist es für blinde und hochgradig sehbehinderte Menschen angesichts des Baustellen- und Verkehrslärms unmöglich, das Hindernis ohne Gefahr zu bewältigen.

Buchinger und Höllerer hatten in Ihrem Schreiben an die ÖBB auch gleich Lösungsvorschläge zur Entschärfung dieser gefährlichen Verkehrssituation parat: "Der zwischen der Arsenalstraße und dem Baugelände über weite Strecken bereits vorhandene Gehsteig könnte durchgängig hergestellt werden." Durch diese Variante bräuchten beide Hindernisse nicht mehr überquert werden. Zweite Option: "Ein Begleitdienst durch Mitarbeiter der Mungos."

In seinem Antwortschreiben vom 19 Mai (!) erteilt ÖBB-Vorstandssprecher Matthä beiden Lösungsvorschlägen von ÖBSV und Behindertenanwaltschaft eine Absage: Die Gehsteigverlängerung entlang der Baustelle des Hauptbahnhofes sei zu gefährlich, ein Begleitservice durch Mitarbeiter von Mungos "aus Haftungsgründen nicht durchführbar". Die ÖBB habe am provisorischen Ostbahnhof "alles Mögliche getan, um den Sehbehinderten Erleichterungen zu schaffen. Ich bitte jedoch um Verständnis dafür, dass bei derartigen Provisorien nicht allen Wünschen der Behindertenorganisationen entsprochen werden kann".

Sowohl Behindertenanwalt Buchinger, als auch ÖBSV-Präsident Höllerer sind enttäuscht, dass die ÖBB das eklatante Sicherheitsproblem für blinde und hochgradig sehbehinderte Menschen nicht zur Kenntnis nehmen möchte: "Wir fordern die Verantwortlichen der Bahn auf, die Sicherheitsmängel im Bereich des provisorischen Ostbahnhofes sofort zu beseitigen. Hier ist Gefahr im Verzug, für stark sehbeeinträchtigte Menschen besteht Lebensgefahr!"

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