Bildungsministerin Claudia Schmied: Schule muss Beitrag zu mehr Chancengerechtigkeit leisten

Bildungsökonomie liefert wichtige Fakten

Wien (OTS/SK) - "Bildungspolitik ist eine Arena der politischen Auseinandersetzung, weil sie immer von Menschenbildern und Anschauungen geprägt ist. Ich lehne es ab, Ökonomie als ein Quasi-Naturgesetz zu sehen", erklärte Bildungsministerin Claudia Schmied beim zweiten Bildungstalk im Rahmen der Initiative "Österreich 2020" am Dienstagabend. Das Thema des interessant gestalteten Abends lautete: "Bildung zahlt sich aus - die ökonomische Bedeutung der Bildung". "Die Bildungsökonomie liefert wichtige Fakten für die Politik. Sie zeigt Wirkungszusammenhänge auf. Das Primat der Politik ist jedoch wichtig. Die Ziele müssen von der demokratisch legitimierten Politik kommen", nimmt Claudia Schmied auf den Vortrag des Bildungsökonomen Stefan Wolter Bezug. ****

Zufrieden zeigte sich Schmied über die bisher gesetzten bildungspolitischen Maßnahmen zur Qualitätsverbesserung im Bildungsbereich. An dieser Stelle nannte die Bildungsministerin das Erfolgsprojekt Neue Mittelschule, die Bildungsstandards, kleinere Klassen und das Gratis-Kindergartenjahr. "Die Schule muss einen Beitrag zur Chancengerechtigkeit leisten, denn in Österreich wird Bildung noch immer vererbt", betonte Schmied und unterstrich: Kinder müssen individuell gefördert werden. Die Neue Mittelschule und Ganztagsschulen bringen mehr Chancengleichheit. Deshalb werden wir für den Ausbau dieser Schulformen kämpfen."

Schmied fordert mehr Eigenverantwortung am Schulstandort

Auch im Bereich der Integration haben Bildungsstätten eine große Aufgabe, denn zum Beispiel 50 Prozent der Wiener Volksschulkinder haben Zuwanderungsgeschichte. "In 15 bis 20 Jahren haben diese Kinder die Geschicke unserer Stadt und unsere Geschicke in der Hand, deshalb ist es enorm wichtig, dass alle Kinder gut ausgebildet sind und gut deutsch sprechen", erklärte Schmied, die dieses Ziel mit Maßnahmen wie der Sprachförderung im Kindergarten und an den Schulen erreichen will.

Schmied kritisierte ein weiteres Mal die Verordnungs- und Erlasskultur in Österreich, die oft das Prinzip Selbstverantwortung konterkariert. "Am Schulstandort muss es in Zukunft mehr Eigenverantwortung und ein klares Aufgabenprofil der Direktoren geben." Dazu findet im Juni eine parlamentarische Enquete unter dem Titel "Auf dem Weg zur selbstständigen Schule. Ideen für eine moderne Schulverwaltung des 21. Jahrhunderts" statt.

Künstlerischer Erziehung mehr Bedeutung verleihen

Ein erklärtes Ziel der Bildungsministerin für die Zukunft ist es, dass alle 5.795 Schulen in Österreich "vom Bodensee bis zum Neusiedlersee bis zum Jahr 2013 Partnerschaften mit Kunst- und Kultureinrichtungen eingehen", um auch der kulturellen und künstlerischen Erziehung mehr Bedeutung zu verleihen und die Kinder dabei zu unterstützen, eine Ich-Stärke und mehr Selbstbewusstsein zu entwickeln.

An der engagiert geführten Podiumsdiskussion nahmen neben Bildungsministerin Claudia Schmied, auch Stefan Wolter (Leiter der Forschungsstelle für Bildungsökonomie an der Universität Bern), Anna Badora (Intendantin des Schauspielhauses Graz) und Gabriele Schmid (Leiterin der Abteilung Bildungspolitik der AK Wien) teil. Durch die aktive Beteiligung der zahlreichen Besucherinnen und Besucher kam eine konzentrierte und lebhafte Diskussion zu Stande. Am Ende waren sich alle einig, dass eine bestmögliche Bildung und Ausbildung für alle Kinder für die Zukunft Österreichs von entscheidender Bedeutung ist und dass es neben den fachlichen Kompetenzen auf kulturelle Bildung und die Vermittlung sozialer Werte ankommt. (Schluss) ab

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