Bischof Fischer entschuldigt sich für körperliche Gewaltakte

Achtung: Korrigierte Fassung! - Abschlussbericht des Innsbrucker Sachverständigen Prof. Hinterhuber wertet tätliche Übergriffe Fischers in vier Fällen als glaubhaft

Feldkirch, 01.06.10 (KAP) Der Feldkircher Bischof Elmar Fischer hat sich bei jenen vier Männern entschuldigt, die ihn der Anwendung körperlicher Gewalt gegen sie in den 1960er und 1970er Jahren beschuldigt und sich an den Ombudsmann der Diözese gewandt hatten.

Der Innsbrucker Psychiater Prof. Hartmann Hinterhuber, der von der Diözese als unabhängiger Sachverständiger mit der Prüfung der Vorwürfe betraut wurde, hält in seinem am Dienstag veröffentlichten Bericht wörtlich fest: "Alle vier Anschuldigungen sind glaubhaft. Die tätlichen Übergriffe sind in einem emotionalen Kontext zu betrachten, wenngleich dies die Übergriffe weder rechtfertigt noch entschuldigt. Diese Feststellung scheint jedoch wichtig und angezeigt, da die körperlichen Übergriffe nicht als Ausdruck einer lustvollen Ausübung eines Machtverhältnisses zu interpretieren sind."

Bischof Fischer betont in einer offiziellen Stellungnahme am Dienstag, dass sich in seiner Erinnerung die Dinge im Konkreten anders darstellen würden. Er wolle aber "auch der Erinnerung der Betroffenen Vertrauen entgegen bringen". Entsprechend habe er sie in einem persönlichen Brief um Entschuldigung gebeten, "wenn sie damals etwas als verletzend empfunden haben". Gewalt an Kindern oder Jugendlichen sei nie gerechtfertigt, hält der Bischof fest. Das gelte auch für die Zeit vor 40 Jahren, "wenn auch damals körperliche Gewalt als Erziehungsmittel weitgehend üblich und toleriert war".

Prof. Hinterhuber hält in seinem Bericht fest, dass die vier Betroffenen zurecht fordern würden, dass ihre Erinnerung respektiert wird. Die Mehrheit erwarte sich auch, dass Bischof Fischer ihnen gegenüber sein Bedauern darüber ausspreche, "dass er durch sein damaliges unkontrolliertes Verhalten sie körperlich (und auch psychisch) verletzt hat". So dies gewünscht wird, erscheint auch ein persönliches Gespräch sinnvoll und im Einzelfall hilfreich und notwendig.

Abschließend dürfe aber auch nicht unerwähnt bleiben, so Hinterhuber, dass der Ombudsmann der Diözese "auch mehrere Anrufe von ehemaligen Zöglingen und Schülern von Dr. Fischer erhielt, die berichten, dass sie diesen nicht als gewalttätig erlebt hätten. Sie schilderten ihn als aufgeschlossenen, sehr engagierten jungen Priester, der sich sehr für die jeweiligen Gruppen eingesetzt hätte und auch 'moderne' Ideen verkörpert habe."

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