Industrie: Bildung und Ausbildung bei Krisenbewältigung zentral

IV-Riemer: Brauchen beste Köpfe und Hände, um wettbewerbsfähig zu bleiben - Für Unternehmen immer schwieriger, qualifizierte Lehrlinge zu finden

Wien (OTS/PdI) - "Neben der Bewältigung der Wirtschafts- und Finanzkrise, gilt es JETZT die Weichen für einen erfolgreichen Aus-und Aufstieg aus der Krise zu stellen. Der Bereich Bildung und Ausbildung ist dabei zentral", betonte Dr. Gerhard Riemer, Bereichsleiter Bildung, Innovation und Forschung der Industriellenvereinigung (IV) heute, Dienstag, auf einer Pressekonferenz in Berlin zur Zukunft Stellenwert und Zukunft der dualen Berufsausbildung in Deutschland, der Schweiz und Österreich. "Klar ist: Wir brauchen die besten Köpfe und Hände, um international weiterhin wettbewerbsfähig zu sein. Es bedarf dazu insbesondere auch der qualifizierten Fachkräfte, um Idee und Ergebnisse in Produkte, Verfahren, Systeme umzusetzen und auf den Märkten zu verkaufen." Es werde für Unternehmen immer schwieriger, qualifizierte Lehrlinge für die duale Berufsausbildung zu finden. "Die immer größer werdenden Bildungslücken verschärfen die Situation", so Riemer.

Um die Qualität der beruflichen Bildung in Österreich im Rahmen des dualen Systems zu verbessern, seien drei Themen von zentraler Bedeutung. So müsse

1. das Angebot und Nachfrage an qualitativ guter Ausbildung verbessert werden. "Die notwendigen Maßnahmen reichen von der inhaltlichen Anpassung der Berufe an neue Anforderungen, Gestaltung neuer Lehrberufe bei gleichzeitiger Straffung des Lehrberufsangebotes bis zur dringend notwendigen Verbesserung des Images praktischer beruflicher Bildungswege", so Riemer.

2. Müsse die Attraktivität der Berufsausbildung im dualen System erhöht werden. Hier gelte es etwa die Über- und Umstiegsmöglichkeiten aus dem dualen System in den tertiären Sektor auszubauen, um Jugendlichen den weiteren Weg in höhere Bildungsstufen zu erleichtern. "Selbstverständlich gehört dazu aber auch ein Angebot an neuen attraktiven Sondermodellen seitens der Industrie", wie der IV-Bereichsleiter mit Blick auf die bereits bestehenden Modelle des "Industrietechnikers" und dem Modell der "Kremstaler technischen Lehrakademie KTLA" betonte.

3. Nannte Riemer die Anerkennung beruflicher Qualifizierung und Abschlüsse im Rahmen des Europäischen Qualifikationsrahmens bzw. des NQR. In Österreich seien im Dezember 2009 die Weichen dafür gestellt worden. In den Qualifikationsebenen 6 bis 8 werde der österreichische Hochschulraum gemäß den Bologna-Strukturen abgebildet und außerschulische, berufliche Qualifikationen (Ingenieur, Meister, Wirtschaftstreuhänder) nach einem "kriterienbasierten Zuordnungsverfahren" zugeordnet.

"Somit sollte und muss es möglich werden, dass etwa die Qualifikationsebene 6 auch für Absolventen der beruflichen Bildung erreichbar und im EQR entsprechend anerkannt wird - z.B. Anerkennung des HTL-Technikers bzw. Ingenieurs in Stufe 6", so Riemer. Darüber hinaus sei es angesichts der demografischen Entwicklung zudem auch notwendig, Migration und Integration als Herausforderung und Chance gleichermaßen aktiv zu nutzen.

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