Industrie: Teilnahme heimischer Unternehmen an globalen Wachstumsmärkten forcieren

IV-GS Beyrer: Internationale Beschaffungsplattformen eröffnen konkrete neue Geschäftsperspektiven - Argumente der Export-Kritiker "geradezu abstrus"

Wien (OTS/PdI) - Als "fatalen wirtschaftspolitischen Fehler und
mit einem selbstauferlegten Handelsembargo vergleichbar" bezeichnete der Generalsekretär der Industriellenvereinigung (IV) Mag. Markus Beyrer heute, Dienstag, die von mancher Seite propagierte Abkehr von der Exportorientierung der österreichischen Wirtschaft. "Vielmehr wird die verstärkte Teilnahme heimischer Unternehmen an den globalen Wachstumsmärkten zu einem entscheidenden Zukunftsfaktor für Wachstum und Beschäftigung in Österreich. Daher müssen wir unsere internationale Wettbewerbsfähigkeit noch weiter stärken und uns an den Besten orientieren." Die IV habe daher gemeinsam mit der Wirtschaftskammer Niederösterreich, dem Wirtschaftsministerium und der niederösterreichischen Landesregierung das EU-Projekt DUO**STARS aufgesetzt. DUO**STARS ist das bis dato größte nicht-investive EU-Regionalförderprojekt im Österreich/Slowakei-Programm und begründet eine industrielle Zukunftspartnerschaft in der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit.

"DUO**STARS eröffnet heimischen Unternehmen durch den Zugang zu internationalen Beschaffungsplattformen konkrete Geschäftsperspektiven zu einem Zeitpunkt, in dem die globalen Märkte zu einer neuen Expansionsphase ansetzen. Europa hat indes - wie die neueste OECD-Konjunkturprognose unterstreicht - ein massives Wachstumsproblem: auf allen Kontinenten ist Wachstum deutlich jenseits der Beschäftigungsschwelle zu erwarten", sagte der IV-Generalsekretär. "Das äußerst magere 1,2%-Wachstum in der Eurozone ist im internationalen Vergleich - Japan 3,0%, USA 3,2%, OECD-Raum mit 2,7% - zu wenig, um die Arbeitslosigkeit zu verringern und zu schwach, um die enorme Konsolidierungsaufgabe bei den öffentlichen Budgets zu meistern. Daher sind Internationalisierungsschritte auf die Wachstumsmärkte zu setzen", so Beyrer.

"Durch die Umsetzung von insgesamt elf Maßnahmenpaketen sollen Leitbetriebe aus der Slowakei und Österreich deshalb noch stärker als bisher in globale Wertschöpfungs- und Know-how-Netzwerke der Hochtechnologie integriert werden", betonte der IV-Generalsekretär. Auf diese Weise soll die Wettbewerbsfähigkeit der jeweiligen Industriestandorte insbesondere in den Branchen Metall, Automobil(zulieferung), Elektro/Elektronik sowie Luft- und Raumfahrt gestärkt werden. Eines der wichtigsten DUO**STARS-Maßnahmenpakete zielt auf die Kooperation mit elektronischen Beschaffungsplattformen internationaler Anbieter wie MFG.com.

Exportierende Unternehmen zahlen um 23% höhere Löhne als nicht-exportierende Betriebe

Scharf wandte sich Beyrer gegen Aussagen, wonach Exporte die heimische Kaufkraft schwächen würden - "das Gegenteil ist der Fall. Am österreichischen Beispiel wissen wir, dass exportierende Unternehmen um 23% höhere Löhne zahlen und sogar eine um 72% höhere Investitionsintensität als nicht-exportierende Unternehmen aufweisen. Unsere Unternehmen haben sich seit Jahrzehnten erfolgreich dem internationalen Wettbewerb gestellt", betonte der IV-Generalsekretär. Die österreichische Industrie habe heute eine Exportintensität von 56%. Mehr als die Hälfte des Umsatzes werde exportiert. In einigen Branchen wie bei der Metall- oder Papiererzeugung seien es sogar 68% und bei der chemischen Industrie und dem Maschinenbau sogar 72-74%. Die Argumentation, dass die "zu wettbewerbsfähigen und damit exportstarken" Länder Deutschland und Österreich daher ständig Handelsbilanzüberschüsse auf Kosten anderer EU-Mitgliedstaaten erwirtschafteten, sei "ebenfalls geradezu abstrus". Vielmehr hätten die nicht wettbewerbsfähigen Staaten über Jahre hindurch über ihre Verhältnisse gelebt.

Industrie als Basis der Volkswirtschaft für positive Leistungsbilanz entscheidend

Das griechische Beispiel zeige gleichzeitig besonders deutlich, dass die industrielle Basis einer Volkswirtschaft das Fundament einer positiven Leistungsbilanz sei. Durchwegs alle europäischen Mitgliedsländer mit Leistungsbilanzproblemen haben eine geringe Industriequote. In Griechenland beträgt der Anteil der Industrie lediglich noch rund 10%, und auch in den anderen "Club Med"-Staaten liegen die Industriequoten in derselben Größenordnung. Würden die Leistungsbilanzdefizit-Länder wie Spanien, Portugal, aber auch Frankreich ihre Industriequote auf ein deutsches oder österreichisches Niveau von weit mehr als 20% (Wertschöpfung des engen Bereichs der Sachgütererzeugung in % der gesamten Wertschöpfung) verdoppeln, wären die Ungleichgewichte und die Leistungsbilanzdefizite in der Eurozone langfristig kein Thema mehr.

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