Schatz zu Arbeitsmarktdaten: Bildungsmaßnahmen voran treiben

Eingliederungsbeihilfe wirkt als Unternehmensförderung

Wien (OTS) - "Auch wenn sich die Situation langsam stabilisiert,
ist es kurzsichtig jetzt bei Bildungsmaßnahmen für Arbeitssuchende zu sparen und die Eingliederungsbeihilfe als Hauptinstrument der aktiven Arbeitsmarktpolitik auszurufen. Diese Beihilfe ist primär eine Unternehmensförderung. Den Arbeitssuchenden bringt eine ordentliche Qualifizierungsmaßnahme mehr als ein subventionierter Job," erklärt Birgit Schatz, ArbeitnehmerInnensprecherin der Grünen anlässlich der heute veröffentlichten Arbeitsmarktdaten für Mai.

"Dass Hundstorfer die Bildungsmaßnahmen mit dem Verweis auf sinnlose Bewerbungstrainings kürzt ist eine schräge Argumentation. Sicher braucht niemand diese eigenartigen Trainings, aber was sehr wohl notwendig ist, sind fundierte Weiterbildungsmaßnahmen. Wir wissen, dass 40 Prozent der Arbeitslosen nur einen Pflichtschulabschluss haben und - unterbrochen von immer wieder kehrender Arbeitslosigkeit - häufig die Arbeit wechseln. Wenn jemand mit der Eingliederungsbeihilfe eine Stelle bekommt, besteht die große Gefahr, den Job bald schon wieder zu verlieren und wieder am Ausgangspunkt zu landen. Nur eine Fachqualifikation kann mittelfristig zu einem stabileren Erwerbsverlauf führen", so Schatz.

Sehr wohl für sinnvoll erachtet die Grüne ArbeitnehmerInnensprecherin eine Art Eingliederungsbeihilfe für junge Menschen mit hohem Qualifikationsprofil und ergänzt: "Vor allem junge, hoch qualifizierte Uni-AbsolventInnen haben Probleme am Arbeitsmarkt Fuss zu fassen. Statt unbezahlte Praktika zu absolvieren können vom AMS kofinanzierte Jobs sicher eine sinnvolle Einstiegshilfe sein. Allerdings haben wir Grüne immer gefordert, dass es sich dabei um Arbeitsplätze handeln soll, die in öffentlichen, sozialen oder kulturellen Organisationen angesiedelt sind. Damit käme die Lohnsubvention indirekt wieder der Allgemeinheit zu gute. Das erscheint mir sinnvoller als privaten Unternehmen mit Steuergeldern subventionierte Billigstarbeitskräfte zur Verfügung zu stellen."

Schließlich zeigt sich Schatz besorgt über die drohenden Budgetkürzungen im Bereich Arbeitsmarktpolitik und meint: "Das Finanzrahmengesetz legt fest, dass es herbe Einschnitte in der Arbeitsmarktpolitik geplant sind. Man hört von dem Plan, das Arbeitslosengeld für das erste Monat der Arbeitslosigkeit zu streichen. Das wäre unerhört. Wenn diese Maßnahme kommt, muss sich die Regierung den Vorwurf gefallen lassen, das Budget auf Kosten der Schwächsten zu sanieren."

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