Wissenschaftsministerin Beatrix Karl überreicht hohe Auszeichnungen der Republik

Christiane Spiel, Christian Joksch, Werner Koenne, Peter Rummel, Anna Lea Staudacher, Andreas Janousek und Mario Rehulka von Ministerin ausgezeichnet

Wien (OTS) - Wissenschafts- und Forschungsministerin Dr. Beatrix Karl überreicht heute Nachmittag im Audienzsaal des Wissenschaftsministeriums hohe Auszeichnungen der Republik Österreich an eine Reihe besonders engagierter Persönlichkeiten aus Medizin, Wirtschaft, Technik, Recht, Geschichte und Psychologie:
Christiane Spiel, Christian Joksch, Werner Koenne, Peter Rummel, Anna Lea Staudacher, Andreas Janousek und Mario Rehulka. Die Ministerin lobt "die Leidenschaft für das jeweilige Gebiet und in besonderer Weise auch die Verbindung zwischen wissenschaftlicher Theorie und Praxis, die den ausgezeichneten Persönlichkeiten ganz besonders am Herzen liegt und die sie auch gerne weitervermitteln".

Universitätsprofessorin DDr. Mag. Christiane Spiel wird mit dem Großen Silbernen Ehrenzeichen für Verdienste um die Republik Österreich ausgezeichnet. Sie begann ihre Karriere als Gymnasiallehrerin für die Fächer Mathematik und Geschichte. Weitere Stationen waren Universitätsassistentin am Institut für Psychologie an der Universität Wien, wissenschaftliche Mitarbeiterin am Max-Planck-Institut für Bildungsforschung in Berlin, eine Gastprofessur am Institut für Psychologie der Karl-Franzens-Universität Graz und u.a. auch die Leitung der Abteilung für Angewandte Psychologie und Methodik am Institut für Psychologie ebendort; von 1998 bis 1999 war Spiel Kommissarische Vizerektorin für Lehre, Personalentwicklung und Frauenförderung an der Karl-Franzens-Universität Graz. Seit 2000 ist Spiel Universitäts-professorin für Psychologie an der Universität Wien. Dem Insitut für Wirtschaftspsychologie, Bildungspsychologie und Evaluation an der Fakultät für Psychologie der Universität Wien steht sie seit 2006 vor. Professorin Spiel hat die Bildungspsychologie als wissenschaftliche Disziplin begründet, ein entsprechendes Strukturmodell von Spiel stellt die Bildungskarriere und das Lebenslange Lernen ins Zentrum. Professorin Spiel leistet Pionierarbeit in dem bisher im Bildungsbereich kaum existenten Feld der Transfer- bzw. Translationsforschung. Die Anerkennung ihrer Forschungsleistungen in der internationalen Scientific Community zeigen nicht zuletzt die vielfältigen Funktionen, mit denen Spiel immer wieder betraut wird.

Über das Große Ehrenzeichen für Verdienste um die Republik Österreich darf sich Dr. Christian Joksch, MBA, freuen. Joksch war einer der Wegbereiter für das österreichische Privatuniversitätengesetz im Jahr 1998/99. 1991 hat er die IMADEC gegründet, die im Jahr 2000 als erste österreichische Privatuniversität für Wirtschaft und Recht akkreditiert wurde. Seinem Engagement verdankt die IMADEC auch ihre sehr gute internationale Position. Kooperationen gibt es u. a. mit der California State University und mit The McCombs School of Business an der Universität von Texas in Austin. 45 Prozent der Studierenden an der IMADEC kommen aus dem Ausland. Für das berufliche Weiterkommen der Absolvent/innen setzt sich Joksch ganz persönlich ein. Die IMADEC war übrigens der erste LLM-Anbieter in Österreich im Jahr 2001. Ein Blick zurück an den Anfang seiner Karriere: Von 1993 bis 1999 war Dr. Joksch Universitätslektor am Institut für postgraduale Weiterbildung an der Eötvös Loránd Universität in Budapest sowie Universitätslektor am Institut für Betriebswirtschaftslehre des Außenhandels an der Wirtschaftsuniversität Wien. Seit 2007 ist Joksch geschäftsführender Gesellschafter der IMADEC Executive Education GmbH.

Em. Univ.-Prof. DI DDr. Werner Koenne wird mit dem Österreichischen Ehrenkreuz für Wissenschaft und Kunst I. Klasse ausgezeichnet. Er hat Generationen von Technikstudent/innen ihre Rolle für die Entwicklung der Gesellschaft durch Technik und ihr Verantwortungsgefühl für die Gesellschaft nahe gebracht. Ihm ist es gelungen, eine Brücke zwischen der Wissenschaftstheorie der Technik und Naturwissenschaft und seiner praktischen Anwendung zu schlagen, wobei seine praktischen Erfahrungen als Baudirektor der Österreichischen Ver-bundgesellschaft sehr hilfreich waren. Die vermittelte Wertschätzung zur technischen Entwicklung trug zur Stärkung des Selbstbewusstseins von Naturwissenschafter/innen und Techniker/innen bei. Koenne war schon vor 40 Jahren bei der Curriculumsentwicklung der Studienrichtung Informatik in Österreich aktiv. Da Professor Koenne die damals völlig neue Datenverarbeitung bei der Verbundgesellschaft implementiert hatte, wurde er als Experte in die Kommission für Datenverarbeitung der Bundesregierung unter Bundeskanzler Dr. Bruno Kreisky berufen mit der Aufgabe, ein Konzept für die Anschaffung von Computern für alle Universitäten und Bundesministerien zu erstellen.

Die gleiche Auszeichnung erhält Dr. Peter Rummel, Universitätsprofessor an der Johannes Kepler Universität Linz. Sein Spezialgebiet ist das österreichische Privatrecht. Professor Rummel hat sich vielfach als gesuchter Gutachter und Schiedsrichter mit praktischen Fällen auseinandergesetzt. Seine wissenschaftlichen Arbeiten widmete er vor allem dem Vertrags-, Schadenersatz- und Enteignungsrecht, aber auch familienrechtlichen und wettbewerbsrecht-lichen Problemen sowie Fragen aus dem Zivil- und Handelsrecht. Darüber hinaus hat er die literarische Diskussion und die Rechtssprechung geprägt. An erster Stelle ist die Herausgabe des heute führenden Kommentars zum ABGB zu nennen, der in 3. Auflage vorliegt und die juristische Praxis wie kaum ein anderes Werk beeinflusst. Im privatrechtlichen Bereich gibt es kaum eine Entscheidung des Obersten Gerichtshofs, in der dieses Werk nicht zitiert wird. Professor Rummel hat durch das hohe Niveau seiner Arbeit nicht nur die Juristischen Blätter jahrzehntelang geprägt, sondern überhaupt das juristische Leben Österreichs.

Universitätsdozentin Dr. Anna Lea Staudacher wird mit dem Österreichischen Ehrenkreuz für Wissenschaft und Kunst ausgezeichnet. Sie trägt mit ihren Forschungen ganz besonders zum Verständnis des Zusammenlebens von Juden und Christen bei. Die Schwerpunkte liegen dabei auf den Gebieten der Geschichte der Juden in Österreich-Ungarn, der Jüdischen Konvertiten, der Namenkunde und der Arbeiterbewegung. Studienaufenthalte führten sie dazu nach Polen, Israel, Cincinnati und Rom. Nach zahlreichen Lehraufträgen am Institut für Geschichte der Universität Wien engagiert sich Staudacher seit 1996 an der Österreichischen Akademie der Wissenschaften am Institut Österreichisches Biographisches Lexikon und biographische Dokumentation für die Austrian Jewish Biographiy. Im Jahr 2000 erhielt Staudacher die Venia legendi für das Fach Neuere Österreichische Geschichte an der Universität Wien mit der Habilitationsschrift: Wegen jüdischer Religion - Findelhaus. Ihre außergewöhnliche Sozialkompetenz zeigt sich ganz besonders in der Unterstützung jener Menschen, die in der Zeit der Verfolgung der Juden in Österreich ihre Heimat verlassen mussten und auf der Suche nach neuen Wurzeln sind. Frau Dr. Staudacher leistet einen beeindru-ckenden Beitrag zur Völkerverständigung, durch ihr Wirken führt sie ehemalige Österreicher/innen wieder an die heutige Republik heran.

Dr. Andreas Janousek, Facharzt für Unfallchirurgie und Sporttraumatologie, wird mit dem Berufstitel "Professor" geehrt. Entsprechend seiner Ausbildung mit einem zusätzlichen ÖAK-Diplom für Sportmedizin übt Dr. Janousek verschiedene sportärztliche Tätigkeiten aus, wie etwa als Verbandsarzt des American Footballverbandes, als Vereinsarzt der Hockey-Mannschaft WAC, als Clubarzt des Fort Vienna Footballclubs und als Arzt im ÖSV-Herren-Weltcupteam. Überdies organisiert er Ausbildungskurse und Kongresse mit den Themenbereichen Arthroskopie, Thorax, Orthopädie und Traumatologie, ganz abgesehen von seiner Vorlesungstätigkeit an der Universitäts-Zahnklinik und medizinischen Universitätsklinik. Dr. Janousek ist seit 2008 Leiter des Kompetenzzentrums für Sportverletzungen der Privatklinik Döbling sowie Leiter der Ordinationen Medteam. Durch seine internationale Vortragstätigkeit werden die Ergebnisse seiner Forschungstätigkeit auf seinen Spezialgebieten Traumatologie und Sporttraumatologie mit besonderer Berücksichtigung arthroskopischer Techniken sowie experimenteller Forschungen im Bereich der Regeneration von Knochen weltweit präsentiert und diskutiert.

Kommerzialrat Mario Rehulka wird ebenfalls mit dem Berufstitel "Professor" ausgezeichnet. Rehulka, bis 2001 Vorstandsdirektor der Austrian Airlines AG, ist seit dem Jahr 2002 Lektor an der IMC Fachhochschule Krems für Tourismusmanagement und Freizeit. Bereits davor war er oftmaliger Gastlektor im Universitätslehrgang für `Werbung und Verkauf` der Wirt-schaftsuniversität Wien. Bei Austrian Airlines hat er dafür gesorgt, dass Absolvent/innen der Universitäten und Fachhochschulen nach sehr strenger Auswahl eine 18-monatige Management-Ausbildung im Unternehmen erhielten. 1999 wurde er zum "Manager des Jahres" der Wirtschaftsuniversität Wien gewählt. Sein Wissen in den Bereichen Transport, Tourismus und Marketing gibt er an der IMC Fachhochschule Krems weiter, und zwar im Studiengang "Tourismusmanagement und Freizeit".2002 gründete er mit der Geschäftsführung und dem Rektorat der IMC einen Wirtschaftsboard zur Unterstützung von Studierenden im Rahmen ihrer wissenschaftlichen Tätigkeit ebenso wie in ihrer praxisbezogenen Ausbildung. Vor zwei Jahren hat Rehulka zudem ein Buch mit historisch-chronologischer Arbeit über die österreichische Luftfahrt der letzten 50 Jahre geschrieben.

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