Trickdiebstahl in der Wohnung: Vor allem Senioren betroffen

Jährlich werden rund 600 Fälle von Trickdiebstahl in der Wohnung angezeigt. Die Diebe nutzen die Hilfsbereitschaft der Opfer aus, um in die Wohnung zu gelangen.

Wien (OTS) - In Österreich werden jährlich etwa 600 Fälle von Trickdiebstahl in Wohnungen angezeigt. Die Dunkelziffer kann weitaus höher sein, denn viele Opfer trauen sich aus Scham, Unsicherheit oder Furcht nicht, Anzeige zu erstatten. "Dem Sicherheitsbericht der Exekutive zur Folge sind es vor allem ältere Menschen, die häufig Opfer von Trickbetrügern werden. Die Tricks ähneln sich, denn im Zentrum steht vor allem eines: das Vertrauen der Opfer zu gewinnen und so in die Wohnung zu gelangen", warnt Anton Dunzendorfer, Leiter des Bereichs Forschung im Kuratorium für Verkehrssicherheit (KfV). Die Diebe geben sich als Handwerker, als Mitarbeiter des Gaswerks oder gar als Polizisten aus oder sie verlangen nach einem Glas Wasser. Mithilfe solcher Ablenkungsmanöver, die mitunter durch Komplizen ausgeführt werden, gelangen die Täter in die Wohnung der Opfer und stehlen dort Schmuck, Bargeld und Wertgegenstände. Das Opfer bemerkt den Diebstahl meist erst, wenn die Täter schon weg sind.

Mit vorgetäuschter Notlage wird Hilfsbereitschaft ausgenutzt Trickdiebe gehen teilweise sehr raffiniert und doch einfach vor. Die Varianten sind mittlerweile zahlreich. Oft wird aber eine "Notlage", wie z.B. Übelkeit oder eine Erkrankung, vorgetäuscht. Während dann ein Täter sein Opfer ablenkt, indem er um ein Glas Wasser bittet, kommen Komplizen durch die offene Tür und durchsuchen die restliche Wohnung nach Schmuck oder Geld. Ähnlich läuft es beim Zetteltrick, bei dem der Täter um Stift und Papier bittet, um einem Nachbarn eine Notiz zu hinterlassen. Weitere Tricks, die eine Notlage vortäuschen, sind z.B. die Bitte um Telefonbenutzung wegen einer Autopanne oder die Bitte, die Toilette benutzen zu dürfen. "Tricks, bei denen eine Notlage vorgetäuscht wird, nutzen die Hilfsbereitschaft der Opfer schamlos aus. Wichtig ist, ein gesundes Misstrauen zu bewahren und z.B. anzubieten, selbst nach Hilfe zu telefonieren oder das gewünschte Glas Wasser nach draußen zu reichen, Fremde aber nicht in die Wohnung zu lassen", empfiehlt Dunzendorfer.
Trickdiebe agieren sowohl einzeln, als auch organisiert. Einzeltäter täuschen meist vor, von einer offiziellen Stelle, wie den Gas- oder Elektrizitätswerken, von der Post oder der Hausverwaltung zu sein und geben an, dass sie etwas überprüfen müssen. "Bevor man jemanden, der vorgibt von einer offiziellen Stelle zu sein, in die Wohnung lässt, sollte man seinen Dienstausweis einfordern und sorgfältig prüfen. Im Zweifel kann man auch bei der jeweiligen Stelle anrufen und sich erkundigen, ob die Person tatsächlich vorbeigeschickt wurde", rät Dunzendorfer.

Bekannt und doch erfolgreich - der Enkeltrick
Ein weiterer gängiger Trick ist der Enkeltrick. Dabei handelt es sich eigentlich nicht um Diebstahl, sondern um Betrug. Die Täter entwenden keine Wertgegenstände oder Bargeld, sondern sie verleiten das Opfer dazu, einen größeren Geldbetrag freiwillig herauszugeben. Per Telefon meldet sich ein vermeintlicher Verwandter, der in einer kurzen Geschichte erklärt, dass er in Not ist und dringend eine größere Summe Geld benötigt. Das Opfer soll diese Summe möglichst bald einem "Freund" geben, der das Geld abholt. "Ist man nicht sicher, ob der Anrufer ein tatsächlicher Verwandter ist, erkundigt man sich - bevor man das Geld übergibt - am besten bei jemandem aus der Familie. Generell sollte im Zweifelsfall immer jemand aus dem Verwandtschafts-oder Bekanntenkreis oder aus der Nachbarschaft hinzugezogen werden. Auch beim geringsten Verdacht, Opfer eines Trickbetrugs geworden zu sein, sollte man sich direkt an die Polizei wenden", plädiert Dunzendorfer.

Rückfragen & Kontakt:

Kuratorium für Verkehrssicherheit, Kommunikation & Öffentlichkeitsarbeit
Bakk.phil. Elisabeth Gerstendorfer
Tel.: 05 77 0 77-1906
elisabeth.gerstendorfer@kfv.at
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