Gleitsmann fordert von Ärztekammer soziale Verantwortung für Versicherte mit geringem Einkommen

Versicherte in der Mindestbeitragsgrundlage müssen weiterhin bargeldlos behandelt werden

Wien (OTS) - "Für unsere Versicherten mit geringem Einkommen
tragen wir eine besonders hohe Verantwortung", sagte der stv. Obmann der SVA Martin Gleitsmann heute, Dienstag.

"60 Prozent der SVA-Versicherten haben ein monatliches Einkommen unter 1.000 Euro. Für uns ist es nicht akzeptabel, dass auch nur ein Versicherter sich künftig überlegen muss, ob er sich medizinische Versorgung noch leisten kann, wenn die Ärztekammer eine 20-prozentige Tariferhöhung und Barverrechnung empfiehlt. Wir verlangen nun endlich auch von der Ärztekammer eine Bewegung: Sie muss der Ärzteschaft empfehlen, zumindest bei Patienten in der Mindestbeitragsgrundlage die eCard auch weiterhin automatisch zu akzeptieren."

Obwohl diese Forderung auch von Patientenanwalt Gerald Bachinger formuliert wurde, drücke sich die Ärztekammer beharrlich vor einem solchen Zugeständnis - obwohl es ein Gebot der Fairness sei, die schwächste Versichertengruppe nicht in den Tarifstreit hineinzuziehen.

"Für diese Versicherten wäre es eine unglaubliche Erleichterung, wenn sie auch in der vertragslosen Zeit bargeldlos zum Arzt gehen könnten - dem kann sich eine Standesvertretung mit einer derart hohen Verantwortung nicht entziehen", so Gleitsmann weiter.

Ungeachtet der weiterhin beinharten Blockadehaltung der Ärztekammer habe die SVA indes auch für Menschen mit kleinem Einkommen ein Sicherungsmodell in Form des Arztkostenvorschusses geschaffen: Versicherte, die sich in einer schwierigen Lage befinden, erhalten durch den Vorschuss der SVA die notwendige finanzielle Unterstützung zur Vorfinanzierung dringend erforderlicher Arztbesuche", so Gleitsmann und abschließend: "Damit Versicherte aber nicht zu Bittstellern werden müssen, ist nun die Ärztekammer dringend gefordert!"

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