"KURIER"-Kommentar von Josef Votzi: "Geisterfahrer-Alarm"

Die einzigen Gewinner der Burgenland-Wahl sind die Politiker-Frustrierten.

Wien (OTS) - Der eine sieht die Partei seines Ko-Piloten in der Regierung keck "an die Wand fahren". Der andere nennt das empört eine "Beleidigung der Wähler". Josef Pröll und Werner Faymann setzen auch am Tag nach der Burgenland-Wahl auf jenen Kurs, der am Wahltag abgestraft wurde. Hans Niessl blieb zwar die Nummer eins. Kräftig Stimmen verloren haben aber beide Koalitionsparteien.
Größter Gewinner ist das Lager der Politiker-Frustrierten. Die Wahlbeteiligung stürzte von 80 Richtung 70 Prozent ab - die exakte Fallhöhe steht erst mit Auszählung der Wahlkarten fest: Nach dieser Materialschlacht und in einem traditionell obrigkeitsgläubigen Bundesland, wo Wählen noch als Pflicht gilt, ein echter Erdrutsch. Die "Partei der Nichtwähler" kommt im Burgenland derzeit auf mehr Stimmen als die ÖVP und nur knapp weniger als die "siegreiche" SPÖ. Nachwahlanalysen zeigen: Wenn der Politiker-Frust von der Abstinenz in Wut umschlägt, suchen ehemalige Nichtwähler vor allem bei einer Protestpartei ihr Glück - diesfalls bei der FPÖ und ihrem Spaltprodukt "Liste Burgenland". Das ist eine Botschaft des Wahlsonntags, die wirklich einen politischen Streit lohnt: Was wird hier an die Wand gefahren?

Rückfragen & Kontakt:

KURIER, Innenpolitik
Tel.: (01) 52 100/2649
innenpolitik@kurier.at
www.kurier.at

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | PKU0001