VIRUS: Österreich muss Mega-Transitknoten Absage erteilen

Republik will stattdessen mit AGN-Ratifizierung Schützenhilfe leisten

Wien (OTS) - Wie die Umweltorganisation VIRUS berichtet, plant die Slowakei an der March einen Transitknoten gigantomanischen Ausmaßes zu errichten. Sprecher Wolfgang Rehm: "Das hätte verheerende Folgen auf die Regionalentwicklung und die Donau March-Thaya Auen, zu deren Schutz auch die Republik Österreich verpflichtet ist. Statt konsequent gegen die Beeinträchtigung vorzugehen, sollen mit der geplanten Ratifizierung des AGN Abkommens Ermunterungssignale gesetzt werden, das gehört sofort gestoppt!"

Nahe dem slowakischen Malacky soll auf 5500 ha um geschätzte 42 Mrd Euro ein sogenannter Transkontinentaler Transit-Terminal errichtet werden. Bestandteil des Konzeptes sind Hafenanlage und Großflughafen und laut VIRUS ebenso zahllose wie wahlose neue Autobahnen, Eisenbahnen, darunter auch solche mit Breitspur, die über die Transsibirische Eisenbahn eine Direktverbindung nach China herstellen sollen. Auch Schifffahrtskanäle sind vorgesehen. "Nachdem frei nach Shakespeares Böhmens-Küste der Hafen auch irgendwie angebunden werden müsste, wurde auch das bereits im Dritten Reich und in kommunistischen Zeiten vorangetriebene Donau-Oder-Elbe Kanal Projekt wieder ausgegraben und in das Paket, das offensichtlich allein durch seine schiere Größe beeindrucken soll, integriert", so Rehm. Langfristig gehen die Vorstellungen der Planer in Richtung einer neuen Großstadt zwischen Wien Bratislava und Brünn unter Einbeziehung des Marchfeldes, das in einer 50-Jahres Vorschau weitestgehend als urbane Zone ausgewiesen ist.
"Die Herrschaften haben offensichtlich das mit dem Zusammenwachsen zu wörtlich genommen" kritisiert Rehm das Konzept.

Das Projekt des Architekturbüros Jancina genießt offensichtlich die Unterstützung des slowakischen Transportministeriums. Als Financier soll die Republik China gewonnen werden bzw. wird mit diesem Paket versucht, als Trittbrettfahrer der kommenden Donauraumstrategie EU-Mittel zu lukrieren. Das tschechische Verkehrsministeriums, treibende Kraft hinter dem Donau-Oder-Elbe-Kanal Projekt lobbyiert ebenfalls und beruft sich dabei auf den AGN-Vertrag über die europäischen Hauptbinnenwasserstraßen von Internationaler Bedeutung, der unter den Codes E20 und E30 dieses Projekt beinhaltet. "Gerade zum unpassendsten Zeitpunkt möchte nun 14 Jahre nach Vertragsunterzeichnung die Bundesregierung diesen Vertrag vom Parlament ratifizieren lassen, das wäre eindeutig das falsche Signal zum falschen Zeitpunkt", so Rehm.

Schließlich gehe es um das weltweit einzige ausgewiesene trilaterale Ramsar-Feuchtgebiet von herausragender internationaler Bedeutung "Die Republik Österreich muss Klartext sprechen, dass die Realisierung der vorgesehenen Begleitinfrastrutkur auf seinem Territorium nicht genehmigungsfähig ist und alles daran setzen dass auch auf slowakischem oder tschechischem Gebiet nicht durch Vorleistungen große Schäden angerichtet werden. " fordert Rehm abschließend.

Rückfragen & Kontakt:

Wolfgang Rehm
Tel.: 0699/12419913
virus.umweltbureau@wuk.at
http://www.wuk.at/virus

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | VIR0001