Gleitsmann: Vertragsfreie Zeit ab 1. Juni - Maßnahmenpaket der SVA ermöglicht weiterhin bargeldlosen Arztbesuch

Forderung an Ärztekammer: bei geringen Einkommen generell e-card-Abrechnung empfehlen

Wien (OTS) - Ende der letzten Woche wischte die Österreichische Ärztekammer das jüngste Angebot der Sozialversicherungsanstalt der gewerblichen Wirtschaft (SVA) vom Tisch. Ab morgen, dem 1. Juni 2010 tritt damit der erste vertragslose Zustand seit Jahrzehnten ein.

"Ein Umstand, den wir sehr bedauern und mit aller Kraft verhindern wollten. Obwohl wir in jeder Gesprächsrunde der vergangenen Monate ein konkretes Angebot an die Ärztekammer gemacht haben, war die Ärztekammer nicht kooperationsbereit", sagte SVA-Obmann-Stellvertreter Dr. Martin Gleitsmann.

"Wir haben deshalb vorgesorgt und ein umfassendes Maßnahmenpaket für die vertragsfreie Zeit erarbeitet. Damit sollen die Versicherten so wenig wie möglich von der neuen Situation spüren", so Gleitsmann. "Entgegen vieler Behauptungen der Ärztekammer ist der bargeldlose Arztbesuch auch weiterhin möglich."

SVA-Maßnahmenpaket ermöglicht weiterhin bargeldlosen Arztbesuch Kern des SVA-Maßnahmenpakets ist ein faires Angebot, dass die SVA allen direkt abrechungsbereiten Ärzten für die vertragslose Zeit macht - ein Honorarplus von vier Prozent für alle, die weiterhin die e-card akzeptieren und damit die Bedürfnisse der Versicherten über die finanziellen Interessen der Ärztekammer stellen.

"Wir raten allen Versicherten, mit dem Arzt des Vertrauens das Gespräch zu suchen und zu erfragen, ob die Leistungen direkt mit der SVA abgerechnet werden." Viele Ärzte werden das auch weiterhin tun, es ist auch keinerlei vertragliche Festlegung dafür nötig. "Jeder Arzt, der Verantwortung für seine Patienten übernehmen will, kann das ganz einfach tun - indem er wie gewohnt die e-card in das Lesegerät steckt", erklärte Gleitsmann.

Wenn der Hausarzt die e-card nicht mehr akzeptiert, können sich Versicherte an die eigens eingerichtete Hotline der SVA wenden (05 08 08 - 3000). Dort werden alternative Ärzte in Wohnortnähe genannt, die weiterhin die e-card akzeptieren bzw. Wahlärzte, die mit der SVA ein Verrechnungsabkommen abgeschlossen haben.

Mit allen Vertragspartnern außerhalb des niedergelassenen Bereiches (Apotheken, Spitäler, Zahnärzte, Institute und vielen anderen Gesundheitsdienstleistern) ist der Leistungsvertrag weiterhin wie gewohnt aufrecht.

Eine menschliche Lösung für Versicherte mit geringem Einkommen Mit einem völlig neuen Vorschlag ließ Gleitsmann indes für Versicherte mit geringem Einkommen aufhorchen. "Für diese Gruppe tragen wir eine besondere Verantwortung und haben deshalb das Modell des Arztkostenvorschusses geschaffen: Versicherte, die sich in einer schwierigen Lage befinden, erhalten durch den Vorschuss der SVA die notwendige finanzielle Unterstützung zur Vorfinanzierung dringend erforderlicher Arztbesuche", so Gleitsmann und weiter:

"Um es aber gar nicht so weit kommen zu lassen, fordere ich die Ärztekammer zu einem Umdenken auf - sie soll der Ärzteschaft empfehlen, zumindest bei Patienten in der Mindestbeitragsgrundlage die e-card auch weiterhin automatisch zu akzeptieren."

Erst in letzter Konsequenz müssen die Versicherten die Kosten vor Ort bezahlen. Eine solche bezahlte Rechnung kann an die SVA geschickt werden ("Kostenerstattung"), der Versicherte erhält dann 80 Prozent jenes Betrages erstattet, den der Arzt derzeit von der SVA bezahlt bekommen hätte. Der Versicherte sollte dabei den vom Arzt geforderten Honorarbetrag mit der von der SVA zugesandten Ärztetarifliste vergleichen um allfällige Abweichungen gleich vor Ort besprechen zu können.

Ärztekammer betreibt ein Spiel auf dem Rücken der Patienten
In den vergangenen Monaten hat die Ärztekammer alles getan, was sowohl den Versicherten als auch der eigenen Ärzteschaft großen Schaden zufügt. Sie hat den bestehenden Vertrag grundlos gekündigt, gegen jede Vernunft eine vertragslose Zeit durchgesetzt und empfiehlt nun der Ärzteschaft noch eine 20-prozentige Anhebung der Tarife.

Diese Tarifexplosion würde mit voller Wucht die SVA-Versicherten treffen - "sie müssen mehr Selbstbehalt bezahlen und bekommen bei Barzahlung diese zusätzlichen Kosten nicht rückerstattet", so Gleitsmann, der in Erinnerung ruft, dass 60 Prozent der SVA-Versicherten ein monatliches Einkommen unter 1.000 Euro haben.

Als Monopolist in der Gesundheitsversorgung nützt die Ärztekammer ihre Stellung gezielt aus: "Die Kosten für die SVA-Versicherten steigen immer mehr - und das für die immer selbe Leistung. Für uns gilt ganz klar: Gleiches Geld für gleiche Leistung."

Im Schnitt liegen die SVA-Tarife schon jetzt - ohne die weitere Erhöhung von 20 Prozent - 50 Prozent über jenen der GKKs. "Das wird auch durch einen Rechnungshof-Bericht bestätigt, der besagt, dass die unterschiedlichen Tarife nicht argumentierbar sind", stellte Gleitsmann fest.

Die SVA verhandelte monatelang um einen Gesamtvertrag -schließlich geht es um einen verantwortungsvollen Umgang mit den Beiträgen der Versicherten. "Deshalb haben wir die Ärztekammer immer wieder an den Verhandlungstisch gebeten, um doch noch zu einer Lösung zu kommen", sagt Gleitsmann und ergänzte abschließend: "Und auch in den kommenden Monaten werden wir nicht aufgeben. Wir sind unseren Versicherten im Wort."

Die Sozialversicherungsanstalt der gewerblichen Wirtschaft (SVA) ist der Sozialversicherungsträger für Österreichs Unternehmerinnen und Unternehmer. In ihrer Zuständigkeit für die gesetzliche Krankenversicherung der Selbständigen betreut die SVA rund 700.000 Anspruchsberechtigte (davon 340.000 Aktive, 130.000 Pensionisten und 230.000 Angehörige), in ihrer Zuständigkeit für die gesetzliche Pensionsversicherung 360.000 Anspruchsberechtigte (300.000 Gewerbetreibende und 60.000 Freiberufler).

Als modernes Dienstleistungsunternehmen setzt die SVA auf Kundennähe, effiziente, schlanke Verwaltung und Aktionen wie "Fit zu mehr Erfolg" und den einzigartigen "SVA-Gesundheitshunderter", welche den Versicherten Motivation zur aktiven Prävention geben.

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