Stellungnahme der Österreichischen Gesellschaft für Allgemeinmedizin und Familienmedizin (ÖGAM) zur Approbationsdebatte

Wien (OTS) - Die ÖGAM unterstützt die Initiative des Wissenschaftsministeriums, die ärztliche Approbation von der Ausbildung zum Arzt für Allgemeinmedizin zu trennen. Gleichzeitig appelliert sie an den Bundesminister für Gesundheit die Arbeit an der Neugestaltung der Ausbildung zum Arzt für Allgemeinmedizin wieder aufzunehmen.

Die Approbation ist europäisch gesehen nicht mehr, aber auch nicht weniger, als die formale Bestätigung einer ärztlichen Basisqualifikation. Sie berechtigt zur eigenverantwortlichen Tätigkeit entsprechend der bereits erworbenen Kompetenzen. Sie ist nicht die Bestätigung einer umfassenden ärztlichen Kompetenz. Zu welchen Tätigkeiten die Approbation befähigt, sollte in Österreich gesetzlich neu festgelegt werden.

Vorverlegung bringt Rechtssicherheit bei Migration und Ausbildung

Die Vorverlegung der Approbation sollte den jungen Kollegen Doppelwege in der Ausbildung ersparen und ihnen einen früheren Einstieg und Abschluss ihrer Ausbildung als derzeit ermöglichen. Gleichzeitig verbessert sich die Möglichkeit für österreichische Ärzte in anderen EU-Staaten mit einer Facharztausbildung zu beginnen. Es soll Rechtssicherheit sowohl bei der Migration als auch während der Ausbildung in Österreich geschaffen werden. Nach der Approbation sollen Kollegen ihre Ausbildung zum Facharzt beziehungsweise zum Arzt für Allgemeinmedizin beginnen. Erst nach Beendigung dieser Ausbildung sollen Ärzte als Facharzt oder Hausarzt praktizieren dürfen.

ÖGAM fordert die Verbesserung der Ausbildung zum Arzt für Allgemeinmedizin

Gut ausgebildete Hausärzte werden auch in Zukunft eine unverzichtbare Rolle im Gesundheitssystem ausüben. Man muss jungen Ärzten Perspektiven bieten, damit der Beruf auch in Zukunft attraktiv bleibt. Der Turnus entspricht in seiner jetzigen Form nicht den Erfordernissen. Eine Weiterbildung zum Arzt für Allgemeinmedizin, welche diesem Namen gerecht wird, ist notwendig. Das Konzept dafür ist fertig. Es berücksichtigt die Veränderung der Anforderungen, mit denen ein kompetenter Hausarzt heutzutage konfrontiert ist. Eine Umsetzung sollte beginnen, bevor es zu einem Hausarztmangel wie in Deutschland kommt.

Dr. Reinhold Glehr
Arzt für Allgemeinmedizin
Präsident ÖGAM

Die in diesem Pressetext verwendeten Personen- und Berufsbezeichnungen treten der besseren Lesbarkeit halber nur in einer Form auf, sind aber natürlich gleichwertig auf beide Geschlechter bezogen

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