ÖGB-Foglar: EU-Vorschläge zu Pensionen sind Retro-Modelle

Nur Wachstum und Beschäftigung sichern Pensionen

Wien (OTS/ÖGB) - "Wenn die Europäische Kommission nicht bald begreift, dass Sparnotwendigkeiten nicht immer nur bei den Menschen ansetzen können, wird sich die soziale Stimmung in Europa weiter verschlechtern", warnt ÖGB-Präsident Erich Foglar anlässlich der Vorstellungen der Kommission zur Anhebung des Pensionsantrittalters. "Die Pensionssysteme sind dann finanzierbar, wenn es ausreichend Arbeitsplätze gibt und wenn alle Bereiche zur Finanzierung der Sozialstaaten beitragen."++++

Es greife viel zu kurz, zu sagen, die Menschen müssten länger arbeiten und daher kürzer in Pension sein, damit die Pensionssysteme sicher seien. Foglar: "Das einzige, was Pensionen sichert, ist eine offensive europäische Wachstums- und Beschäftigungspolitik, Hand in Hand mit Programmen, die dafür sorgen, dass die ArbeitnehmerInnen auch im Alter noch gesund sind und arbeiten können." Das liege in der Verantwortung der Regierungen und der Unternehmen, das könne die Kommission nicht auf die ArbeitnehmerInnen abwälzen.

Nur Arbeitsplätze sichern Sozialsysteme und Wohlstand

"Es führt weder in der Krisenbewältigung noch in der Pensionsdiskussion ein Weg daran vorbei, dass die EU und die Regierungen alles dazu tun, um Arbeitsplätze zu schaffen", fordert Foglar. "Die EU ist schon jetzt die wachstumschwächste Wirtschaftsregion im OECD-Raum und wird sich mit dem, was bisher an Maßnahmen zur Krisenbewältigung auf dem Tisch liegt, zielstrebig in die nächste Rezession sparen. Es ist uns vollkommen unbegreiflich, warum Sparvorschläge an die Mitgliedsländer, die die Menschen betreffen, ohne Probleme aus dem Ärmel geschüttelt werden - und etwa für die Unsetzung einer Finanztransaktionssteuer wird erst einmal eine Task Force gegründet. Das verstehen die Menschen nicht, und das zeigt sich auch in den vielen Demonstrationen und Protesten gegen die Sparpläne in ganz Europa."

"Aus der Krise kommen wir nicht mit dem Kaputtsparen der Sozialsysteme", sagt Foglar. "Nur nachhaltiges ökologisches Wachstum, die strikte Regulierung der Finanzmärkte, ein Ende des Sozial- und Steuerdumpings und Arbeitsplätze mit eine fairen Einkommen sind wirkungsvolle Rezepte für wirtschaftliche Prosperität, Wohlstand und sichere Pensionen. Die Retro-Modelle der automatischen Erhöhung des Pensionsantrittsalters sind es jedenfalls nicht."

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