Busek: Kirche ist in vieler Hinsicht "unverzichtbar"

Ex-Vizekanzler gab in der "Langen Nacht" in der Wiener Donaucitykirche vielfältige Antworten auf Frage "Was kann Kirche heute?"

Wien, 28.05.10 (KAP) Die derzeitige Krise ist laut Erhard Busek eine "ungeheure Chance" für die Kirche, wie schon früher an Herausforderungen zu wachsen, sich auf wesentliche Fragen des Menschseins und auf ihre "unverzichtbare" Rolle in der Gesellschaft zu besinnen. Bei einem Vortrag in der Wiener Donaucitykirche im Rahmen der Langen Nacht der Kirchen fragte der Ex-Vizekanzler: "Was kann Kirche heute?"

Angesichts der Globalisierung könne die Kirche den Blick auf die "Ökumene" im Wortsinn - also auf die ganze bewohnte Erde - richten und Gerechtigkeit für die materiell und geistig Armen einfordern. In einer Zeit der Einsamkeit trotz enorm ausgebauter Kommunikationskanäle könne sie dabei helfen, Brücken zum Nächsten zu schlagen und Empathie zu fördern; sie solle einen verantwortungsbewussten Umgang mit der Natur und ihren Ressourcen einfordern gemäß dem biblischen Auftrag, sich die Erde "untertan" zu machen - oder wie Busek meinte - die Erde für sich und auch die nachkommenden Generationen zu nutzen.

All dies gehört nach den Worten des früheren ÖVP-Chefs zum Kernauftrag der Kirche. Viel mehr, als sich zu sehr mit sich selber zu beschäftigen, müsse die Kirche und damit jeder einzelne Christ couragiert auf die Welt zugehen. "Zeitlos wichtig" sei die Kirche vor allem auch im Blick auf die großen Fragen nach dem Woher und Wohin des Lebens, die letztlich alle Menschen beschäftigten. Dabei gehe es weniger darum, "fertige Antworten" zu bieten als vielmehr den Glauben und die grundlegenden Werte des Zusammenlebens zum Thema zu machen, sagte Busek.

Auch wenn sich viele Jugendliche kaum für die Kirche interessierten, könnten sie mit den richtigen Themen und in der richtigen Sprache durchaus erreicht werden, zeigte sich Busek optimistisch. Wichtig sei es, Ängste zu nehmen und dabei zu helfen, ein Wort von Angelus Silesius mit Leben zu füllen: "Mensch, werde wesentlich!" Demgegenüber habe er manchmal den Eindruck, das sechste Gebot werde zum ersten gemacht.

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