"KURIER"-Kommentar von Doris Knecht: "Verhandlungssache"

Familie und Haushalt zu organisieren, ist kein Beliebtheitswettbewerb.

Wien (OTS) - Dass es nach 15 Jahren wieder einen ausführlichen Frauenbericht gibt, ist absolut begrüßenswert: ohne Evaluierung keine Verbesserung. Wobei: Der Bericht enthält auch Positives: Die Frauen sind besser ausgebildet als je zuvor, ja teilweise besser als die Männer. Aber natürlich gibt es viel Deprimierendes: Die Einkommensschere ist größer geworden; nur zehn Prozent der Chefs sind Chefinnen; dafür werden zwei Drittel der Hausarbeit und die Kinderbetreuung nach wie vor von Frauen erledigt.
Gegen die Ungerechtigkeit im Beruf muss die Politik mit Quoten ankämpfen. Gegen die daheim können nur die Frauen selbst etwas tun. Solange so viele Frauen ihren Männern ein modernes Pascha-Dasein ermöglichen, wird sich nichts ändern. Frauen müssen begreifen, dass die partnerschaftliche Organisation von Familie, Beruf und Haushalt kein Beliebtheitswettbewerb ist, sondern reine Verhandlungssache. Frauen müssen lernen zu sagen, was sie wollen. Sie müssen lernen, manchmal zickig zu sein, unnachgiebig und gar nicht lieb. Und zwar, weil man letztlich profitiert, wenn man die Männer von der Notwendigkeit ihrer Partizipation überzeugt: Weil sich eben nur so etwas ändert.

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