Fürntrath-Moretti zu Frauenbericht: Nicht Quoten schaffen sondern Kompetenzen stärken!

Zielgerichtete Frauenförderung ebnet Weg in Führungspositionen - Deutlicher Ausbau von flexiblen Kinderbetreuungsplätzen gefordert

Wien (OTS/PWK423 ) - Der von Frauenministerin Gabriele Heinisch-Hosek heute, Freitag, präsentierte Frauenbericht stelle eine Übersicht über die verschiedenen Aktionsfelder in der Frauenpolitik dar. "Gerade was die Situation von Frauen in Führungspositionen anbelangt, darf aber nicht als einzige Antwort die Quotenkeule geschwungen werden, sondern die Ergebnisse sind im Detail zu betrachten", betonte Adelheid Fürntrath-Moretti, Bundesvorsitzende von Frau in der Wirtschaft, in Reaktion auf den Bericht.

Man müsse viel eher die Frage stellen, warum Frauen in verschiedenen Bereichen in so wenigen Top-Jobs vertreten seien. Außer in technischen Bereichen, wo immer noch ein Mangel an Frauen herrsche, scheitere es selten an der Kompetenz der Frauen. Und gerade dann seien Quoten nicht die Lösung. " Denn nur wenn es gelinge, Frauen zielgerichtet von ihrem Einstieg ins Berufsleben zu fördern und sie auf ihrem Weg nach oben zu begleiten, schaffe man einen nachhaltigen Paradigmenwechsel.

In diesem Zusammenhang verwies Fürntrath-Moretti auf die stetig steigende Anzahl von unternehmerisch tätigen Frauen in Österreich. Bereits über 40 Prozent der Jungunternehmer sind weiblich, die Anzahl der Unternehmerinnen in Österreich liegt schon bei mehr als einem Drittel - nicht miteingerechnet jene Frauen, die etwa als Geschäftsführerinnen ihre Männer im Unternehmen unterstützen. "Unternehmertum ist für immer mehr Frauen eine attraktive Alternative zu einem unselbständigen Arbeitsverhältnis. Ein eigenverantwortliches Arbeiten oder eine flexiblere Zeiteinteilung sind Motive für den Schritt in die Selbständigkeit", so Fürntrath-Moretti. Auch in der Wirtschaftskammer würden sich Frauen vermehrt als Delegierte und in wichtigen Kammerfunktionen engagieren: Lag der Anteil der weiblichen Delegierten 2000 erst bei 8 Prozent, stieg er 2005 auf 16 Prozent und konnte nun im Rahmen der letzten WK-Wahl auf 28 Prozent gesteigert werden.

Betreuungspflichten: Ausbau von Kinderbetreuungsplätzen forcieren!

Dass die Betreuungspflichten für Frauen nach wie vor einen wesentlichen Hemmschuh in Hinblick auf ihre Berufstätigkeit darstellen, sei leider Fakt, so Fürntrath-Moretti. Während noch nie so viele österreichische Frauen berufstätig und noch nie zuvor so viele Unternehmerinnen am Markt tätig waren, bleiben die Betreuungspflichten (Kinderbetreuung oder die Pflege älterer Angehöriger) an Frauen hängen.

Deshalb fordert die Bundesvorsitzende von Frau in der Wirtschaft eine "rasche und deutliche Forcierung" des Ausbaus von Kinderbetreuungsplätzen. "Wir gehen davon aus, dass 45.000 zusätzliche Kinderbetreuungsplätze geschaffen werden müssen, die in ihren Öffnungszeiten deutlich flexibler werden. Denn die klassischen 9-to-5 Jobs werden weniger und somit müssen auch die Öffnungszeiten bedarfsgerechter werden. Wir brauchen eine leistbare und flexible Kinderbetreuung!", betont Fürntrath-Moretti. Damit verbunden sei auch die Forderung nach einer Ausweitung der steuerlichen Absetzbarkeit von Kinderbetreuungskosten für über 10-jährige Kinder. (us)

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