Beatrix Karl will Ärzteberuf attraktiver machen

Wissenschafts- und Forschungsministerin bei Inauguration von Rektor Lochs in Innsbruck

Innsbruck (OTS) - Wissenschafts- und Forschungsministerin Dr. Beatrix Karl nahm heute an der Inauguration von Rektor Univ.-Prof. Dr. Herbert Lochs in Innsbruck teil. "Ich wünsche dem neuen Rektor der Medizinischen Universität Innsbruck und dem gesamten Rektorenteam viel Kraft und Erfolg bei ihrer Arbeit und freue mich auf eine gute Zusammenarbeit", so die Ministerin.

In ihrer Rede ging Beatrix Karl neben hochschulpolitischen- und bildungspolitischen Aspekten insbesondere auch auf ihre jüngsten Vorschläge zur Medizinausbildung NEU ein: "Es geht in erster Linie darum, den Ärzteberuf wieder attraktiver zu machen", betonte die Wissenschaftsministerin. Sie trete - mit Blick auf Modelle in anderen Ländern - für eine Verkürzung der Ausbildungszeit ein, wobei sichergestellt werden müsse, dass die Qualität der Ausbildung gewährleistet ist.

Konkret möchte die Ministerin statt des dreijährigen Turnus ein einjähriges klinisch praktisches Jahr in das Studium der Humanmedizin aufnehmen. Nach dem Studium soll eine Teilapprobation erlangt werden, die bestimmte eigenverantwortliche Tätigkeiten an den Kliniken ermöglicht. Zusätzlich schlug die Ministerin vor, eine fünfjährige Ausbildung zur Ärztin/zum Arzt für Allgemeinmedizin einzuführen. "Das würde auch eine Aufwertung der Allgemeinmediziner bedeuten", so die Ministerin.

Ein weiteres Anliegen von Beatrix Karl ist die Entlastung der Ärztinnen und Ärzte von administrativen Tätigkeiten und bürokratischen Aufgaben. "Damit hätten die gut ausgebildeten Ärzte auch wieder mehr Zeit für die Patientinnen und Patienten", unterstrich die Ministerin. Denn laut einer aktuellen IFES-Studie im Auftrag der Ärztekammer müssen Turnusärzte 47 Prozent ihrer Zeit für Administration aufwenden, den anderen Ärzten bleiben im Schnitt auch nur 63 Prozent für die Betreuung der Patientinnen und Patienten. Abhilfe könnte - ähnlich wie in Deutschland - eine neues Berufsbild schaffen: "Die medizinische Asisstentin bzw. der medizinische Assistent könnte Ärzte sowie Pflegepersonal von bürokratischen Aufgaben entlasten", so die Ministerin.

Generell sieht Beatrix Karl einige zentrale Herausforderungen in der österreichischen Hochschul- und Forschungslandschaft. "Ich greife diese gerne auf und setzte dabei auf den Dialog, die Kreativität und den Gestaltungswillen aller konstruktiven Kräfte", so die Ministerin abschließend.

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