Wurm: Nach 15 Jahren wieder ein Frauenbericht!

Frauen sind gut ausgebildet, aber schlecht bezahlt

Wien (OTS/SK) - "Der letzte große Frauenbericht stammt aus dem
Jahr 1995. Der Bericht erschien seit 1975 alle zehn Jahre, 2005 fiel der Bericht unter der damaligen Frauenministerin Rauch-Kallat aus. Die Planung für den jetzigen Bericht gab Ex-Frauenministerin Doris Bures 2007 in Auftrag. Jetzt ist er endlich fertig. Es ist ein wirklich seriöser Bericht darüber, wie die Situation der Frauen aussieht und keine 'Schönfärberei'", zeigte sich SPÖ-Frauensprecherin Gisela Wurm über den heute, Freitag, von Frauenministerin Gabriele Heinisch-Hosek präsentierten Frauenbericht 2010 sehr erfreut. "Auf den Punkt gebracht zeigt der Bericht: Frauen in Österreich sind gut ausgebildet, aber schlecht bezahlt. Sieben von zehn Frauen sind in Österreich zwar berufstätig, aber sie verdienen deutlich weniger, selbst für die gleiche Arbeit und sie erledigen noch immer zwei Drittel der Hausarbeit und Kinderbetreuung", so Wurm. ****

Wie der Bericht zeigt, gibt es in allen Branchen in Österreich noch immer einen "Frauenabschlag": Sie bekommen für die gleiche Arbeit um bis zu 18 Prozent weniger Lohn, nur aufgrund ihres Geschlechts. Und in den Führungsetagen liegt der Anteil der Frauen noch immer unter zehn Prozent, obwohl es so viele hoch qualifizierte Frauen wie noch nie gibt. "13,8 Prozent der Frauen verfügen über einen Hochschulabschluss, 1991 waren es nur sechs Prozent", so die SPÖ-Frauensprecherin.

"Großen Nachholbedarf zeigt der Bericht bei den Kinderbetreuungsplätzen für unter Dreijährige. Denn derzeit gibt es nicht einmal für jedes sechste Kind unter 3 Jahren einen Krippenplatz. Damit verfehlen wir die EU-Vorgaben von 33 Prozent weit", so Wurm. Familien- und gesellschaftspolitisch erwünscht seien hohe Frauenbeschäftigung, Armutsvermeidung und mehr Kinder. "Das geht aber nur, wenn es Betreuungsplätze gibt, die auch flexible Öffnungszeiten haben, für die Eltern gut und schnell erreichbar und auch leistbar sind. Deshalb brauchen wir auch mehr Betriebskindergärten. Hier sind neben den Ländern auch die Unternehmen gefordert", erklärte Wurm.

Erstmals Situation von Migrantinnen beleuchtet

Als "sehr positiv" bewertete Wurm, dass erstmals im Bericht auch die Situation von Migrantinnen ins Blickfeld gerückt werde, ihr Anteil liegt bei rund 17 Prozent der weiblichen Bevölkerung in Österreich. Denn dort gab es bisher "viele blinde Flecken". Man wusste über die Lebensrealität von Einwanderinnen bisher wenig Bescheid. Und es zeige sich, dass Migrantinnen neben Alleinerzieherinnen und Pensionistinnen zu den am häufigsten von Armut betroffenen Gruppen gehören. Bei den Migrantinnen liegt die Arbeitslosenquote höher und der durchschnittliche Verdienst niedriger.

"Der Frauenbericht 2010 zeigt, dass es unbedingt notwendig ist, die Situation der Frauen weiter zu verbessern und dass alle Maßnahmen und Forderungen von Frauenministerin Gabriele Heinisch-Hosek voll zu unterstützen und umzusetzen sind: Das bedeutet eine faire Verteilung der unbezahlten Arbeit unter Frauen und Männern, die Forcierung des Ausbaus von adäquaten Kinderbetreuungseinrichtungen, die Transparenz der Einkommen und Offenlegung der Gehälter sowie die Erhöhung der Frauenquote in Aufsichtsräten auf 40 Prozent", so die SPÖ-Frauensprecherin abschließend. (Schluss) sm/zo

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