Selbstregulierung österreichischer Fernsehsender bei Kinderwerbung für Lebensmittel

Einigung auf Verhaltenskodex in Sachen Werbung für Lebensmittel in Kindersendungen - Sieht auch die Beschwerdemöglichkeit beim Werberat vor

Wien (OTS/PWK421) - Der Fachverband der Telekommunikations- und Rundfunkunternehmungen der Wirtschaftskammer Österreich, der ORF und der Verband Österreichischer Privatsender haben sich auf einen "Verhaltenskodex für unangebrachte audiovisuelle kommerzielle Kommunikation in Zusammenhang mit Kindersendungen und Lebensmitteln" geeinigt.
Bekenntnis zur Schutzwürdigkeit von Kindern
Auf Grund der besonderen Schutzwürdigkeit von Kindern bekennen sich die TV-Sender zu einer freiwilligen Selbstbeschränkung in Zusammenhang mit audiovisueller kommerzieller Kommunikation, die Kindersendungen begleitet oder darin enthalten ist und Lebensmittel und Getränke betrifft, die Nährstoffe oder Substanzen mit ernährungsbezogener oder physiologischer Wirkung enthalten. Die Selbstverpflichtung wurde unter Einbindung des Fachverbandes der Nahrungs- und Genussmittelindustrie (Lebensmittelindustrie) und des Fachverbandes Werbung und Marktkommunikation erstellt.

Ostermayer: Erfreulich, wenn Selbstregulierung greift
"Diese Initiative der Fernsehsender ist wichtig für Kinder und damit auch wichtig für Familien. Ich freue mich, wenn Selbstregulierung greift, bevor der Gesetzgeber aktiv werden muss", begrüßt Medienstaatssekretär Josef Ostermayer die Einigung. Der Kodex sei ganz im Sinne der Europäischen Richtlinie über Audiovisuelle Mediendienste, die eine nationale Prüfung von Möglichkeiten der Selbstregulierung vorsieht. Ostermayer unterstrich, dass die Umsetzung kontinuierlich beobachtet werden müsse.
Wrabetz: Werbefreies ORF-Kinderprogramm Beitrag mit öffentlichem Mehrwert

ORF-Generaldirektor Alexander Wrabetz, streicht die Werbefreihat des Kinderfernsehens im ORF hervor: "Unser gesamtes Kinderprogramm im Fernsehen - mehr als 30 Stunden pro Woche - war und ist nach wie vor vollständig werbefrei. Wir treten aber gerne dem Verhaltenskodex bei, denn auch mit freiwilligen Initiativen wie "bewusst: gesund" fördern wir einen aktiven, gesunden Lebensstil. Damit setzen wir als Dienstleister an der Gesellschaft einen weiteren Beitrag mit öffentlichem Mehrwert."

WKÖ-Tritscher: Selbstverpflichtung statt gesetzlicher Regelung

René Tritscher, Geschäftsführer der Fachverbands der Telekommunikations- und Rundfunkunternehmungen in der WKÖ, ergänzt:
"Mit der Selbstverpflichtungserklärung hat die österreichische TV-Branche erneut bewiesen, dass der in der EU-Mediendiensterichtlinie verankerte Gedanke des Vorrangs der Selbstregulierung vor gesetzlichen Werbebeschränkungen absolut gerechtfertigt ist."

Drumm, VÖP, für faire Wettbewerbsbedingungen - Politik gefordert

Corinna Drumm, Geschäftsführerin des Verbands Österreichischer Privatsender: "Natürlich sind wir Privatsender uns unserer gesellschaftlichen Verantwortung bewusst und nehmen sie auch gerne wahr - vor allem, wenn es um das besondere Schutzbedürfnis der Kinder geht. Voraussetzung für funktionierende Selbstregulierung sind jedoch faire Wettbewerbsbedingungen. Hier muss die österreichische Politik aus unserer Sicht noch weitere Korrekturmaßnahmen setzen."

Beschwerdemöglichkeit beim Werberat

Allfällige Beschwerden in diesem Zusammenhang können im Rahmen der Mechanismen des Werberats geltend gemacht werden. (JR)

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Pressesprecher Staatssekretär Dr. Josef Ostermayer
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T: +43 05 90 900-3172
E:telekom@wko.at

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E:alexander.horacek@orf.at

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