PRO-GE Wimmer: Arbeit in Krisenzeiten besser verteilen

Konferenz der Gewerkschaft PRO-GE zu Arbeitszeit, Beschäftigung und Gesundheit (1)

Wien (OTS) - (PRO-GE/ÖGB) - "Die größte Herausforderung für die nächsten Jahre heißt, Menschen in Jobs zu bringen. Es ist daher höchste Zeit für eine gerechtere Verteilung der Arbeit und der Arbeitszeit", sagt Rainer Wimmer, Bundesvorsitzender der PRO-GE, in seiner Eröffnungsrede zur Arbeitszeitkonferenz vor rund 300 TeilnehmerInnen am 28. Mai in Wien. Laut der aktuellen OECD-Prognose soll Österreichs Wirtschaft um 1,4 Prozent wachsen, 2011 kommt ein Plus von 2,3 Prozent. Allerdings: Das Wirtschaftswachstum wird kaum positive Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt haben, etwa in Form neuer Stellen.+++

Die Zahl der Arbeitsuchenden wird also konstant hoch bleiben. In diesem Punkt sind sich alle WirtschaftsforscherInnen einig. So erwartet zum Beispiel das WIFO im Schnitt für 2011 rund 350.000 Menschen ohne Arbeit. "Allein in der Industrie wurden Tausende Arbeitsplätze abgebaut und während die einen wöchentlich Mehrarbeit leisten, sitzen die anderen auf der Straße. Das Potential einer besseren Arbeitsverteilung ist also hoch. Allein eine Verkürzung der effektiven Arbeitszeit führt zu mehr Produktivität, mehr Beschäftigung und weniger Arbeitslosigkeit. Das Ziel muss sein:
Arbeit fair zu verteilen", erklärt Wimmer.

Sowohl bei der effektiven Wochenarbeitszeit (inklusive Über- und Mehrstunden) als auch bei flexiblen Arbeitszeitmodellen, liegt Österreich im europäischen Spitzenfeld. Die derzeitigen Flexibilisierungs-Forderungen von Teilen der Wirtschaft seien in Wirklichkeit eine klassische Arbeitszeitverlängerung ohne Lohnausgleich. "Dies würde keine Beschäftigung sichern und schon gar nicht neue Arbeitsplätze schaffen. Arbeit muss gerade in Krisenzeiten durch Arbeitszeitverkürzungsmaßnahmen besser verteilt werden", betont Wimmer.

Neben den positiven Beschäftigungseffekten würden auch die Belastungen der ArbeitnehmerInnen durch intelligente Arbeitszeitmodelle verringert werden. "Lange Arbeitstage, lange Wochen-Arbeitszeiten haben starke negative gesundheitliche Auswirkungen. Auch hier gilt es gegenzusteuern: "Arbeitszeit muss menschengerecht gestaltet werden", fordert Wimmer und verweist auf die im März 2010 präsentierten IFES-Umfrage in mehr als 100 österreichischen Produktionsbetrieben. Demnach erhöhen vor allem regelmäßige Nachtarbeit und überlange Arbeitszeiten das Krankheitsrisiko. Am häufigsten treten Beschwerden des Bewegungs- und Stützapparates auf. Auch psychische Belastungen sind eine vermehrte Konsequenz von Überlastungen und unregelmäßigen Arbeitszeiten.

Der Bundesvorstand der PRO-GE wird daher am 9. Juni die Positionen der Gewerkschaft zum Thema Arbeitszeit festlegen und die weitere Vorgangsweise beschließen.

ÖGB, 28. Mai 2010

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