ASFINAG PRESSEINFORMATION: S 35 - LÜCKENSCHLUSS IST FERTIG GESTELLT

6,8 km lange Strecke wird in den Mittagsstunden des 29. Mai für Verkehr freigegeben

Pernegg (OTS) - Nach knapp fünf Jahren Bauzeit wurde heute der Lückenschluss der Brucker Schnellstraße S 35 für den Verkehr freigegeben. Der 6,8 Kilometer lange Abschnitt zwischen dem Stausee Zlatten und Mautstatt ermöglicht damit erstmals eine leistungsfähige hochrangige Verbindung zwischen den größten steirischen Ballungszentren Graz und Bruck. Die ASFINAG hat 202,5 Millionen Euro in den Lückenschluss investiert. Herzstück der neu errichteten Strecke sind die beiden zweiröhrigen Tunnelanlagen Kirchdorf (ca. 2,8 km) und Kaltenbach (ca. 1,1 km), die nach höchsten Sicherheitsstandards ausgerüstet wurden. Im Tunnel Kirchdorf kommt darüber hinaus erstmals ein akustisches Tunnelmonitoring zum Einsatz. Am Festakt heute Vormittag haben neben der ASFINAG-Führungsetage auch Landeshauptmann Franz Voves und Verkehrslandesrätin Kristina Edlinger-Ploder teilgenommen. Die Restarbeiten bis zur tatsächlichen Freigabe der Strecke beginnen am Nachmittag und sollen bis in die Mittagsstunden des 29. Mai 2010 abgeschlossen sein.

Die Vorteile des Lückenschlusses skizziert ASFINAG-Vorstandsdirektor Alois Schedl so: "Die neue S 35 verbindet zwei wichtige Zentralräume, sie ist aber auch für unser Verkehrsmanagement im Ereignisfall von großer Bedeutung. Sollte der Gleinalmtunnel auf der Pyhrn Autobahn gesperrt sein, kann der Verkehr über die neue S 35 umgeleitet werden. Für die Anrainer bedeutet der Lückenschluss mehr Lebensqualität, weil der Verkehr nun nicht mehr durch die Orte rollt."

Mit dem Lückenschluss setzt die ASFINAG auch ein weiteres Zeichen für die Tunnelsicherheit. Die Tunnels Kirchdorf und Kaltenbach sind zweiröhrig ausgeführt und mit der neuesten Sicherheitstechnik ausgestattet. Schedl: "Österreich ist in der Tunnelsicherheit seit Jahren ein Musterschüler in Europa. Im Kirchdorf-Tunnel sind wir mit dem akustischen Tunnelmonitoring AKUT zudem ein Vorreiter für neue Sicherheitstechnologien." Für dieses Monitoring - eine Entwicklung von ASFINAG und dem Joanneum Research - sind in beiden Tunnelröhren im Abstand von 125 Metern hoch empfindliche Mikrofone angebracht. Alle Geräusche im Tunnel werden aufgezeichnet und von einem Computer innerhalb von Sekundenbruchteilen analysiert. Alle Geräusche, die von normalen Tunnelgeräuschen abweichen, lösen in der Überwachungszentrale der ASFINAG sofort Alarm aus.

Der Bau des S35-Lückenschlusses hat im Juli 2005 mit ersten Vorarbeiten begonnen. Im Oktober 2006 folgte der Anschlag der beiden Tunnelanlagen. Der Vortrieb gestaltete sich insofern schwierig, als beim Vortrieb asbesthaltiges Serpentinitgestein angetroffen wurde. In monatelanger Arbeit mussten ASFINAG und die Firmen ein Konzept für den weiteren Vortrieb und die Endlagerung des asbesthaltigen Gesteins ausgearbeitet werden. Der Vortrieb wurde für ein gutes halbes Jahr unterbrochen. Weiteres Kopfzerbrechen bereitete ein Kriechhangim Bereich des Nordportals des Kaltenbachtunnels, der sich im Laufe des Vortriebs in Bewegung setzte. Er wurde mit zusätzlichen Ankerbalken schließlich zum Stillstand gebracht. "Der Neubau dieser 6,8 Kilometer langen Strecke hat unserem ASFINAG-Team, den ausführenden Firmen und auch den Planern und Konsulenten alles abverlangt. Umso mehr freut es mich, dass wir heute diese Straße für den Verkehr freigeben können", unterstreicht Gernot Brandtner, der für den Bau-Bereich zuständige Geschäftsführer der ASFINAG Bau Management GmbH.

Nicht nur die Errichtung, auch die Zeit bis zum Spatenstich, war für die ASFINAG sehr arbeitsintensiv. Schon seit den frühen 90er-Jahren wurde in der Region an der Trassierung für den Ausbau getüftelt. Die ersten vorbereitenden Planungen des Landes Steiermark hat 1996 schließlich die Österreichische Autobahnen und Schnellstraßen AG -kurz ÖSAG - übernommen. In den folgenden zwei Jahren und mit voller Einbindung von Bürgerinitiativen und der Gemeinde Pernegg konnte bereits 1998 einstimmig eine Trasse für den Ausbau gefunden werden. "Der S35-Lückenschluss war eines der ersten Projekte in der ASFINAG mit einem offenen Planungsprozess unter Einbindung aller Betroffenen. 2002 konnten wir dank der konstruktiven Arbeit das Projekt beim Ministerium zur Umweltverträglichkeitsprüfung einreichen. Im März 2005 haben wir schließlich die positive Verordnung vom Verkehrsministerium erhalten", erinnert sich Alexander Walcher, der für den Planungsbereich zuständige Geschäftsführer der ASFINAG Bau Management Gesellschaft, und ergänzt: "Dieses offene Planungsverfahren war damals Neuland für die ASFINAG, heute ist es zum Standard geworden."

Die Freigabe für den Verkehr erfolgt in den Mittagsstunden des morgigen Samstages. Es müssen noch umfangreiche Restmaßnahmen gesetzt werden. So müssen gleich an mehreren Punkten noch dutzende Betonleitwände in Stellung gebracht werden und bestehende Baustellen-Markierungen entfernt werden.

DATENBLATT LÜCKENSCHLUSS S 35

Chronologie:
- Juli 2004 Abschluss Umwelt-Verträglichkeits-Prüfung (UVP)
- März 2005 Trassenverordnung nach § 4 Bundesstraßengesetz
- Juli 2005 Beginn Vorarbeiten
- Oktober 2006 Baubeginn Tunnel
- März 2007 Baubeginn Freiland und Uferbrücke
- Mai 2010 Verkehrsfreigabe

Zahlen, Daten, Fakten allgemein:
- Länge der Strecke: 6.815 m
- Tunnel Kirchdorf: 2.653 m (Richtung Bruck/Mur),
2.807 m (Richtung Graz)
- Tunnel Kaltenbach: 1.011 m (Richtung Bruck/Mur),
1.165 m (Richtung Graz)
- Gesamtkosten: 202,5 Millionen Euro
- Kubatur Beton: 319.984,95 m3
- Fläche Asphalt: 126.570 m2
- Länge der Anker (Hangsicherung): 23.050 m
- Entwässerungsrohre: 10.827 m
- Leitschienen: 6.428 m
- Betonleitwände: 6.182 m
- Verkehrszeichen: 167 Stück
- Überkopfwegweiser: 14 Stück
- Länge Bodenmarkierung: 68.800 m
- Wildschutzzaun: 3.900 m
- Steinschlagschutz: 1.720 m

Sicherheitstechnik in den Tunnelröhren Kirchdorf und Kaltenbach:
- 6 Pannenbuchten
- 14 Querschläge (davon drei für Einsatzfahrzeuge befahrbar)
- 64 Notrufnischen
- 70 Feuerlöschnischen
- 520 Leuchten in den Portalbereichen, 424 Leuchten für
die Innenstrecke
- 34 Strahl-Ventilatoren
- 205 beleuchtete, 206 unbeleeuchtete Verkehrszeichen
- 74 Wechselverkehrszeichen
- 6 LED-Infotafeln
- 130 Farb-Fernsehkameras mit automatischer Detektion von Stau, Geisterfahrern, Langsamfahrern, Stillstand und Rauchentwicklung
- Brandmeldeanlage: Durchgehendes Sensorkabel durch alle vier Tunnelröhren
- Notstromversorgung für beide Tunnelanlagen

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Volker Höferl
Pressesprecher für Kärnten und Steiermark
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