Frauenarmut steigt - Maßnahmen sind gefordert Volkshilfe zum aktuelle Frauenbericht

Wien (OTS) - Volkshilfe Bundesgeschäftsführer Erich Fenninger zeigt sich erfreut, dass in Österreich zum ersten Mal seit 15 Jahren endlich wieder ein so genannter Frauenbericht erstellt wurde: "Es ist positiv zu sehen, dass die Situation von Frauen öffentlich diskutiert wird, die Ergebnisse sind jedoch ernüchternd: Zwei Drittel der Frauen sind in Österreich für die Kinderbetreuung und den Haushalt verantwortlich und im Gegensatz dazu finden sich Frauen kaum in Spitzenpositionen der großen Wirtschaftsunternehmen."

"7% der Frauen in unserem Land, das sind erschreckende 281.000, sind von manifester Armut betroffen. Diese Zahl ist in den letzen Jahren gestiegen, an der Situation der betroffenen Frauen hat sich jedoch wenig verändert.", gibt Fenninger zu bedenken. Insbesondere Alleinerzieherinnen, Pensionistinnen und Migrantinnen gehören zu den am häufigsten von Armut betroffenen Gruppen: "Weiters gibt es eine Dunkelziffer von >versteckter Frauenarmut<, da für die Ermittlung der Armutsgefährdung das Haushaltseinkommen herangezogen wird. Hier wird also davon ausgegangen, dass die Mittel in einem Haushalt gleich verteilt werden und es ein gleichberechtigtes Zusammenleben gibt. Wir wissen aber, dass dies nicht immer der Fall ist."

Die Gründe für Frauenarmut sind vielfältig und reichen von schlechteren Bildungsmöglichkeiten über einen erschwerten Zugang zum Arbeitsmarkt, unzureichende Kinderbetreuungsmöglichkeiten, die überwiegende Pflegezuständigkeit für Familienangehörige bis hin zu ungleichen Einkommen bei Erwerbsarbeit - der aktuelle Frauenbericht zeigt, dass im Vergleich zu den anderen EU-Mitgliedstaaten Österreich mit 25,5 % zu den Ländern mit sehr großen geschlechtsspezifischen Verdienstunterschieden zählt. Gemessen an den durchschnittlichen Bruttostundenverdiensten war die Differenz zwischen dem Einkommen von Frauen und Männern nur in der Slowakei und in Estland höher als in Österreich.

"Die Präsentation des Frauenberichts ist ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung, es ist jedoch unbedingt notwendig, die Situation der Frauen rasch zu verbessern: Auf- und Ausbau eines flächendeckenden Angebotes an adäquaten Kinderbetreuungseinrichtungen mit flexiblen Öffnungszeiten, ein existenzsicherndes Mindesteinkommen für Frauen in Teilzeitbeschäftigung, Regelungen zur Erhöhung der Gehaltstransparenz in österreichischen Unternehmen, die Abschaffung der Anrechnung des Partnereinkommens bei der Notstandshilfe und, last but not least, die rasche Einführung der Mindestsicherung." fordert Fenninger abschließend.

Rückfragen & Kontakt:

Rainer Stoiber
E: rainer.stoiber@volkshilfe.at
T: 0676 834 02 216

Verena Fabris
Leiterin Asyl & Migration, Armut
Mobil: 0676 83 402 220
E-Mail: verena.fabris@volkshilfe.at

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | VHO0002