ÖGB-Ruprecht: Bezahlte und unbezahlte Arbeit fair teilen

Leistbare und flächendeckende Kinder- und Nachmittagsbetreuungseinrichtungen für mehr Einkommensgerechtigkeit

Wien (OTS/ÖGB) - "Höhere Fraueneinkommen bringen allen Vorteile, auch den Männern. Notwendige Maßnahmen, mit denen die Schieflage bei den Einkommen zurechtgerückt werden kann, dürfen daher nicht auf die lange Bank geschoben werden", fordert ÖGB-Bundesfrauenvorsitzende Brigitte Ruprecht anlässlich des heute, Freitag, präsentierten Frauenberichts. Fairness sei aber nicht nur bei den Einkommen längst überfällig, sondern auch bei den Belastungen, die mit schuld sind, dass Frauen weniger verdienen.++++

Ruprecht: "Frauen arbeiten häufig weniger oder üben schlechter bezahlte Arbeit aus, weil sie viel Zeit mit unbezahlter Arbeit verbringen, im Haushalt oder bei den Kindern. Weniger und schlechter bezahlte Arbeit hängen sich aber an wie ein Bremsfallschirm. Mit Investitionen in flächendeckende und leistbare Kinderbetreuungs- und Nachmittagseinrichtungen sowie mit der Einführung eines bezahlten Väter-Monat nach der Geburt eines Kindes helfen wir Frauen die Last zu verringern und unbezahlte und bezahlte Arbeit gerecht zu verteilen."

13 Prozent der Frauen unter der Armutsgrenze

Laut aktuellem Frauenbericht leben 13 Prozent der Frauen unter der Armutsgrenze. Die Gewerkschafterin fordert daher die Umsetzung von 1.300 Euro Mindesteinkommen. "Niemand sollte hierzulande mit einer Vollzeitbeschäftigung von Armut betroffen sein. Vor allem in den Niedriglohnbranchen müssen die Einkommen rasch erhöht werden", fordert Ruprecht angesichts der Tatsache, dass die Zahl der Betroffenen, vor allem unter den Frauen, in den nächsten Jahren weiter stark steigen wird. Derzeit gelten in Österreich 247.000 Menschen als "working poor". Von jenen waren 2008 129.000 Personen ganzjährig vollzeitbeschäftigt.

Mehr Fairness für Frauen würde auch der Wegfall der Anrechnung des PartnerInneneinkommens bei der Notstandshilfe bringen. "Weil das Einkommen des Partners auf die Notstandshilfe angerechnet wird, gehen viele Frauen leer aus. Das bringt die totale Abhängigkeit vom Partner mit sich", betont die Frauenvorsitzende. 2009 haben mehr als 17.000 Personen, darunter 14.000 Frauen, wegen dem Gehalt ihres Partners keine Notstandshilfe beziehen können.(kd)

ÖGB, 28. Mai 2010

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