AK Preistest: Teure private Nachhilfe

Private Nachhilfe kostet zwar im Vergleich zu 2009 weniger, aber Preise sind noch immer auf einem hohen Niveau

Wien (OTS) - Private Nachhilfe ist teuer. Das zeigt ein aktueller
AK Test bei 82 Privatanbietern und 30 Anbietern von Lerninstituten. Wem ein Fleck im Zeugnis droht, der braucht beim Lernen mitunter "fremde" Hilfe. So kostet heuer eine Stunde private Nachhilfe durchschnittlich 20 Euro. Lerninstitute verlangen für den Einzelunterricht knapp 30 Euro. "Private Nachhilfe ist im Vergleich zum Vorjahr zwar billiger geworden", sagt AK Konsumentenschützerin Manuela Delapina, "dem ungeachtet müssen Eltern für privates Lernen noch immer tief in die Geldtasche greifen."

"Für private Nachhilfe müssen Eltern mit acht bis 36 Euro in der Stunde rechnen", sagt Delapina. Im Durchschnitt kostet eine Stunde private Nachhilfe in Deutsch, Englisch, Französisch, Mathematik oder Rechnungswesen 20 Euro. Gegenüber 2009 sind die Preise bei privaten Nachhilfeanbietern zwar gesunken, schlagen sich aber für Eltern noch immer teuer zu Buche.

Einzelunterricht im Lerninstitut kostet mehr als bei privaten Nachhilfeanbietern: zwölf bis 49 Euro pro Stunde (durchschnittlich knapp 30 Euro). "Die Preise sind gegenüber dem Vorjahr bei Einzelunterricht etwa gleich geblieben", sagt Delapina. Für den Gruppenunterricht verrechnen die Lerninstitute vier bis fast 27 Euro, durchschnittlich muss mit 15 Euro gerechnet werden.

Tipps der AK Konsumentenschützer - So klappt es mit der privaten Nachhilfe:
+ Fragen Sie Freunde oder Bekannte nach guten Erfahrungen mit Nachhilfelehrern. Erkundigen Sie sich jedenfalls nach ihren Qualifikationen.
+ Informieren Sie sich bei Nachhilfe-Instituten, ob es eine Bindungsfrist gibt. Einige Institute bieten nur dann günstige Preise an, wenn Sie sich ein oder mehrere Monate binden. Überlegen Sie, ob Ihr Kind wirklich so lange Nachhilfe benötigt.
+ Verhandeln Sie über den Preis, wenn sie auf jeden Cent schauen müssen. Einige Institute machen individuelle Preisvereinbarungen, je nach Ihrer finanziellen Lage.
+ Erkundigen Sie sich auch über die angebotenen Leistungen, etwa Schulformberatung für das Kind, lerntypgerechtes Lernen oder Erziehung zum selbstständigen Lernen.
+ Achten Sie beim Preisvergleich auf die Dauer der Unterrichtseinheiten. Eine Unterrichtseinheit hat nicht immer 60 Minuten, sondern kann 45 bis 100 Minuten dauern. Lernpsychologisch gesehen sind grundsätzlich 45 bis 50 Minuten empfehlenswert.
+ Manche Lerninstitute bieten beim Gruppenunterricht Preisstaffeln nach der SchülerInnenanzahl in der Gruppe an. So muss etwa bei fünf SchülerInnen in der Gruppe pro Schüler weniger bezahlt werden als bei vier SchülerInnen in der Gruppe.
+ Fragen Sie beim Gruppenunterricht nach der Anzahl der SchülerInnen. Sind nur wenige (drei bis vier) in der Gruppe ist der Lernerfolg teils genauso gut wie bei Einzeltraining.
+ Vereinbaren Sie einzelne Probestunden, bevor Sie Ihr Kind längere Zeit in einen Kurs geben. Ihr Kind soll sich wohl fühlen. Manche Institute bieten Gratis-Probestunden an.
SERVICE: Die Erhebung finden Sie unter wien.arbeiterkammer.at

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