"KURIER"-Kommentar von Maria Kern: "Ein Mann, drei Rollen"

Josef Pröll muss sich fragen, ob der Hypo-CSI-Chef der Richtige für diesen Job ist.

Wien (OTS) - Nomen est omen, sagt man gewöhnlich. Doch im Fall des CSI-Hypo-Chefs könnte eher das Gegenteil zutreffen. Guido Held hätte die Aufgabe als CSI-Leiter nicht übernehmen dürfen. Er sitzt praktisch auf drei Stühlen gleichzeitig.
Die von Finanzminister Josef Pröll eingesetzte Ermittlertruppe rund um den Ex-Präsidenten der steirischen Rechtsanwaltskammer soll eruieren, wie es zu dem Finanzdebakel kam. Schließlich musste die Kärntner Hypo Alpe Adria vom Bund notverstaatlicht werden - eine Übernahme, für die letztendlich auch der Steuerzahler blecht. Guido Held hat zwar schon eine Menge Anzeigen bei der Staatsanwaltschaft eingebracht. Polizei und Anklagebehörde bemängeln aber, dass der Hypo-Anwalt die Ermittlungen erschwere, weil er, - unter Hinweis auf das Bankgeheimnis -, teilweise Auskünfte verweigere. Eine problematische Doppelrolle.
Hinzu kommt noch, dass der Jurist in eine Aristokraten-Familie eingeheiratet hat, aus deren Umkreis Hypo-Investoren kommen; Personen, mit denen er zum Teil auch wirtschaftlich verbunden ist (siehe Seite 3). Held sieht darin kein Problem. Am Wort ist nun der Finanzminister. Er muss erklären, wie jemand Licht ins Dunkel bringen kann, dessen Umfeld im Zwielicht steht.
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