"KURIER"-Kommentar von Josef Votzi: "Politik by Stinkefinger"

Tot stellen oder Ablenken - die heimische Spardebatte verkommt zur Zumutung.

Wien (OTS) - Jeden Tag eine neue Steueridee: Josef Pröll bläst seit Pfingsten zur Jagd auf Steuer- und Sozialbetrüger. Werner Faymann ruft schon seit Wochen das Ende der Schonzeit für Spekulanten aus. Beides bringt nicht die fehlenden Budget-Milliarden, ist aber gut fürs Gemüt - vor allem für das der eigenen Anhänger.
Jeden Tag ein neuer Aufschrei: Sparen ja, aber nicht bei mir. SP-Verkehrsministerin Doris Bures droht mit dem Aus für den Brenner-Basistunnel. Die mächtigsten Bürgermeister des Landes sehen keinen Spielraum, um auch nur einen Cent einzusparen. Sie wünschen sich gar 1,5 Milliarden mehr, damit in den Städten nicht das Licht ausgehe.
Reihum in Europa fallen die Tabus. Im links regierten Spanien werden die Beamtengehälter um fünf Prozent gekürzt. Im rechts geführten Italien müssen Gemeinden und Regionen auf 13 Milliarden aus Rom verzichten.
Hierzulande lautet noch immer die Parole: Tot stellen bis zu den Herbstwahlen in Wien und in der Steiermark. Oder, wenn's gar nicht mehr anders geht, mit dem spitzen Finger auf den anderen zeigen.
So gehen Kinder miteinander um. Erwachsene Politik schaut anders aus.

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