LHStv. Scheuch: Effizientere Schulorganisation fördert Bildungsqualität

Kärntner Bildungsreferent für bedarfsorientierten Lehrereinsatz

Klagenfurt (OTS/LPD) - Seit Jahren muss das Land Kärnten mehr Lehrer für den Pflichtschulunterricht bereitstellen als der Bund bezahlt. Daraus ergeben sich erhebliche Mehrkosten für das Landesbudget. Grund: Trotz vorgeschriebener Klassenteilungszahlen werden Klassen mit weit niedrigeren als den gesetzlich vorgegebenen Schülerzahlen zusammengestellt. "Trotz sinkender Schülerzahlen - in den letzten zehn Jahren hat man 12.000 Schüler 'verloren' - ist die Anzahl an Klassen kaum zurückgegangen. So wurden die Klassen kleiner, die Kosten für Kärnten aber immer höher, weil das Land diese Differenzkosten selbst bezahlen muss", erklärt heute, Donnerstag, Bildungsreferent LHStv. Uwe Scheuch. Im Schnitt gibt es in Kärnten zum Beispiel im Volksschulbereich nur 15,6 Schüler pro Klasse, im Österreichschnitt aber 19,8 Schüler. Bis zum Ende der Legislaturperioden drohen dadurch 40 Mio. Euro Zusatzkosten.

In Kärnten gibt es rund 4.600 Pflichtschullehrer, 3.950 davon werden vom Bund bezahlt. Der Überhang an Landeslehrern, aktuell rund 650, hat sich in den letzten Jahren trotz rückgängiger Schülerzahlen verdoppelt. Als Gegenmaßnahmen sieht der Bildungsreferent zwei Maßnahmen vor: Erstens wird die Einhaltung der Vorgaben für Klassengrößen künftig im Zusammenwirken mit dem Landesschulrat genau kontrolliert. "Wir wollen einen effizienteren Einsatz der vorhandenen Lehrer. Mit frei werdenden Lehrern, die nicht mehr vor halbleeren Klassen unterrichten müssen, kann zum Beispiel viel stärker auf sonderpädagogische Elemente, wie Sprachschwächen, Teilleistungsschwächen, oder auf beeinträchtigte Kinder mit erhöhtem Förderbedarf, aber auch auf die Begabtenförderung eingegangen werden", so Scheuch. Im Zusammenhang mit der Sonderpädagogik fordert er den Bund auf, seinen Verpflichtungen nachzukommen und jene Mittel zu Verfügung zu stellen, die auch tatsächlich gebraucht werden.

Als zweite Maßnahme adaptiert Kärnten die gesetzlichen Rahmenbedingungen. "Das ist ein richtiger und notwendiger Schritt zur Optimierung der Kärntner Schulstruktur", erklärt Scheuch die heute im Landtag beschlossene Gesetzesänderung bezüglich der Klassenschülerhöchstzahlen. Doppelgleisigkeiten abzuschaffen, Lehrer dort einzusetzen, wo Bedarf sei und die bestmögliche Ausbildung unserer Kinder als übergeordnetes Ziel zu sehen, gibt Scheuch als Vorgabe der kommenden Vorhaben im Schulbereich aus. "Das Schulsystem wird künftig noch effizienter, flexibler und bedarfsorientierter sein - zum Wohle der Ausbildungsqualität."
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