ÖAMTC: Überprüfungen können Schutzwege sicherer machen

Schwachstellen werden schonungslos aufgedeckt

Wien (OTS) - "Zwei Tote und eine Schwerverletze nach Schutzwegunfällen binnen zehn Tagen zeigen eindeutig, dass Schutzwege ihrem Namen oft nicht gerecht werden", kritisiert ÖAMTC-Verkehrsexperte Markus Schneider. "Die Gründe dafür sind unterschiedlich und bedürfen meist einer genauen Analyse." Da dem ÖAMTC das Thema Fußgängersicherheit schon immer ein wichtiges Anliegen war, überprüft der Club, gemeinsam mit seinen Partnerclubs regelmäßig Schutzwege in ganz Europa. "Bei diesen Inspektionen werden Schwachstellen aufgezeigt und Verbesserungspotenzial ausgelotet", erläutert der ÖAMTC-Experte. "In Extremfällen kann der Verbesserungsvorschlag auch eine Aufrüstung, Entfernung oder Verlegung des Schutzweges bedeuten."

Erfreulich ist, dass Österreich bei den Bewertungen immer wieder im besseren Mittelfeld landet. "Im Mittelfeld bedeutet aber auch, dass Potenzial für Verbesserung durchaus vorhanden ist", meint der ÖAMTC-Experte und fordert daher, dass eine Evaluierung bestehender Schutzwege selbstverständlich sein sollte. "Verkehrsflächen und Verkehrsströme sind ständigen Veränderungen unterworfen. Da kann es schon einmal vorkommen, dass ein Schutzweg der bei seiner Errichtung optimal war, heute den Erfordernissen nicht mehr entspricht."

Generell gilt es bei der Errichtung von Schutzwegen einige Kriterien zu berücksichtigen. "Zu den wesentlichen Parametern zählen natürlich die Verkehrsstärke von Fußgängern und Kfz, sowie die Fahrgeschwindigkeit", erläutert Schneider. "Ausreichende Sichtweiten, die barrierefreie Gestaltung und die Beleuchtung spielen bei der Planung eine wichtige Rolle." Auch bauliche Gestaltungselemente wie Mittelinseln und Ampelanlagen können Schutzwege sicherer machen. Diese Kriterien werden auch bei einer nachträglichen Bewertung durch den ÖAMTC zu Grunde gelegt.

Miteinander für sichere Schutzwege

Prinzipiell haben Fußgänger Vorrang auf einem Schutzweg, sie dürfen die Fahrbahn jedoch nicht für den Fahrzeuglenker überraschend betreten. Wirklich sicher ist die Querung für Fußgänger erst dann, wenn das Fahrzeuge bereits angehalten hat. Denn schlecht funktionierende Bremsen, ein Abrutschen vom Gaspedal oder schlechte Reifen können lebensgefährlich sein. Es ist wichtig, dass sowohl querende Fußgänger als auch Fahrzeuglenker einige Spielregeln beherzigen, damit Schutzwege auch ihrem Namen gerecht werden.

ÖAMTC-Tipps für Fußgänger zum sicheren Queren des Zebrastreifens

  • Niemals überraschend die Fahrbahn betreten.
  • Den Querungswunsch eindeutig anzeigen: Am Fahrbahnrand stehen bleiben und den Augenkontakt mit den Fahrzeuglenkern suchen. Ein Handzeichen kann die Querungsabsicht unterstützen. "Wer mit dem Gedanken, im Recht zu sein, einfach drauflos geht, spielt mit seinem Leben", warnt der ÖAMTC-Experte. "Im Zweifelsfall ist es besser, auf den Vorrang zu verzichten."
  • Alle Fahrstreifen beachten: Auch wenn ein Fahrzeug hält, muss man sich vergewissern, dass man auch aus der Gegenrichtung wahrgenommen wird.
  • Vorsicht vor möglichen Fahrfehlern von Fahrzeuglenkern: Stress, Ärger und Nebenbeschäftigungen führen zu Ablenkung und Unaufmerksamkeit.
  • Reflektierende Kleidung: "Im Dunklen werden Fußgänger mit reflektierender Kleidung wesentlich früher vom Autofahrer erkannt", erklärt der ÖAMTC-Experte.

ÖAMTC-Tipps für Autofahrer, damit es zu keinem Unfall kommt

  • Auf Fußgänger achten und bremsbereit fahren: Auch im Umfeld von Zebrastreifen ist es ratsam, nach Fußgängern Ausschau zu halten. "Vor allem bei Straßenbahnen und Bussen im Haltestellenbereich immer mit querenden Fußgängern rechnen", sagt der ÖAMTC-Experte.
  • Nicht erst vor dem Schutzweg abrupt abbremsen, sondern rechtzeitig stehen bleiben. Das gibt dem Fußgänger die Sicherheit, dass er queren kann.
  • Auf den Straßenverkehr achten: Handytelefonierer sind auch als Fußgänger unaufmerksamer.
  • Fußgängern von beiden Seiten den Vorrang gewähren.
  • Anhalten, wenn ein Fußgänger queren will: "Besondere Vorsicht gilt bei Kindern und älteren Personen. Sie können die Geschwindigkeit von Fahrzeugen nur schwer einschätzen und reagieren oft spontan und unberechenbar", erklärt der ÖAMTC-Experte.
  • Warten bis der Fußgänger die Fahrbahn gänzlich überquert hat.
  • Niemals direkt vor oder auf dem Schutzweg überholen.
  • Direkt vor Schutzwegen besteht ein Halte- und Parkverbot.

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