SVA: Leitl macht Ärztekammer Angebot für Burgfrieden

Chance für neuen Weg: Eckpunkte bis September 2010 - Umsetzung bis spätestens März 2011 - Leitl: "Die Hand ist ausgestreckt"

Wien (OTS) - Die Sozialversicherungsanstalt der gewerblichen Wirtschaft (SVA) macht der Ärztekammer im aktuellen Konflikt ein Angebot zum Burgfrieden. Im Schnitt liegen die SVA-Tarife 50 Prozent über jenen der GKKs. "Ein guter Vertrag für die Ärzte. Im Sinne einer neuen Partnerschaft werden wir diese Mehrzahlungen nicht in Frage stellen und könnten den Vertrag bis Jahresende verlängern. Die Hand ist ausgestreckt, Reden bringt die Leute zusammen", so SVA-Obmann Dr. Christoph Leitl im Rahmen einer Pressekonferenz. In schwierigen Zeiten würden oftmals die wahren Innovationen passieren.

Der SVA-Vorschlag rückt vor allem die Prävention in den Vordergrund: "Wir wollen vorbeugen, die Qualität sichern und nicht nur in der Krankheit versorgen. Eine aktive Gesundheitspolitik ist besser als nur die Heilung von Kranken - gesund bleiben statt gesund werden", so Leitl. Das neue Modell der SVA basiert auf einem innovativen Versorgungsmodell mit Anreizen für eine integrative Versorgung - mit einem starken Zusammenhang zwischen Behandlungsqualität und Entlohnung sowie einer Förderung der Zuwendungsmedizin. "Das könnte Modellcharakter für andere Kassen haben", so Leitl.

Durch das neue Modell der SVA entsteht eine dreifache Win-Situation:

1. Versicherte haben geringere Kosten durch niedrigere Kostenanteile. 2. Ärzte erhalten einen Bonus, wenn sie Unternehmer gesund erhalten oder chronisch Kranke am Behandlungspfad halten. 3. Die SVA reduziert insgesamt den Aufwand in der Krankenversicherung.

Die Eckpunkte des neuen SVA-Modells sollen bis Ende September definiert sein, die Umsetzung soll bis Ende des Jahres bzw. spätestens März 2011 erfolgen.

Es gehe um eine neue Form des Miteinander - und es müsse in die Honorierung mit einbezogen werden, was für die Gesundheitserhaltung getan wird und nicht nur für die Beseitigung von Krankheit. Bei Ärztekammer-Präsident Dorner habe man dafür "Verständnis gefunden". Leitl weiter: "Auch Ärztekammer-Vizepräsident Wawrowsky wird froh sein, wenn niedergelassene Ärzte aufgewertet werden. Diese sind es schließlich, die ein besonderes Vertrauensverhältnis zu den Patienten haben."

Leitl verwies auf den Vorteil, den auch der Staat bei der Entlastung von Krankenhäusern und Ambulanzen habe: "In Österreich haben wir ein Mega-Problem auf Grund der demographischen Entwicklung hinsichtlich der Pflege. Der Aufwand wird umso höher, je weniger die laufende Betreuung vorhanden ist", so Leitl, der betonte, "dass Gesundheitsminister Stöger den neuen Vorschlägen - im Sinne der Ärzte, der Patienten und der Gesundheitspolitik - zugestimmt hat."

SVA-Obmann-Stellvertreter Dr. Martin Gleitsmann unterstrich die Aussagen des Rechnungshof-Berichtes, in dem die großen Diskrepanzen bei den Tarifen kritisiert wurden: "Auch der Rechnungshof kam zum Schluss, dass die unterschiedlichen Tarife für gleiche Leistungen nicht argumentierbar sind. Natürlich geht das nicht von heute auf morgen, aber in der Tendenz muss man was tun. Jetzt besteht eine große Chance, in etwas Neues, das qualitäts- und patientenorientiert ist, hineinzugehen."

Abschließend sprach Gleitsmann die Hoffnung aus, dass auf diesen konstruktiven Weg nun eingegangen wird und appellierte an die Ärzte:
"In dieser Situation muss darauf geachtet werden, dass die Versicherten auch weiterhin die medizinische Versorgung bekommen -wir haben dafür gesorgt, die Verrechnung mit der e-card bietet sich weiterhin an, über die kann unbürokratisch abgerechnet werden."

Die Sozialversicherungsanstalt der gewerblichen Wirtschaft (SVA) ist der Sozialversicherungsträger für Österreichs Unternehmerinnen und Unternehmer. In ihrer Zuständigkeit für die gesetzliche Krankenversicherung der Selbständigen betreut die SVA rund 700.000 Anspruchsberechtigte (davon 340.000 Aktive, 130.000 Pensionisten und 230.000 Angehörige), in ihrer Zuständigkeit für die gesetzliche Pensionsversicherung 360.000 Anspruchsberechtigte (300.000 Gewerbetreibende und 60.000 Freiberufler).

Als modernes Dienstleistungsunternehmen setzt die SVA auf Kundennähe, effiziente, schlanke Verwaltung und Aktionen wie "Fit zu mehr Erfolg" und den einzigartigen "SVA-Gesundheitshunderter", welche den Versicherten Motivation zur aktiven Prävention geben.

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Sozialversicherungsanstalt der gewerblichen Wirtschaft
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