Ein Museum lüftet Tabus - Wiener Verhütungsmuseum mit wichtigstem europäischen Museumspreis ausgezeichnet

Wien (OTS) - Das Museum für Verhütung und Schwangerschaftsabbruch liefert wissenschaftliche Informationen über die angstbesetzte Zeit vor der Entwicklung der Pille, riskante Verhütungs- und Abtreibungsmethoden bringen selbst aufgeklärte BesucherInnen zum Staunen, es ist ein Brennpunkt und Diskussionsraum für Fruchtbarkeit und Gesellschaftspolitik. Nun wurde die innovative Institution mit dem wichtigsten europäischen Museumspreis ausgezeichnet: Der 2010 erstmals verliehene "Kenneth Hudson Preis" des "European Museum Forum" wird für bahnbrechende Arbeiten, innovative Denkansätze und das Aufgreifen kontroversieller Themen verliehen. "Eine starke Anerkennung unserer Arbeit, die sich der Prävention ungewollter Schwangerschaften widmet - eine gesellschaftspolitische Aufgabe, die in Österreich skandalös vernachlässigt wird", freut sich Museumsgründer DDr. Christian Fiala. Das Museum bereitet emotionsgeladene Themen sachlich auf und übernimmt somit Aufgaben, die eigentlich in der öffentlichen Bildungsverantwortung liegen. "Die Auszeichnung hat Signalwirkung und stellt eine Rückenstärkung für eine kleine Institution dar, die einigen ideologischen Gegenwind erfährt, jedoch internationale Vorbildwirkung hat", sagt Dr. Hartmut Prasch vom European Museum Forum. "Diese private Initiative sollte auch öffentliche Unterstützung erhalten."

Museum als Ort der Aufklärung

Das Museum wurde im Jahr 2007 von der verstorbenen ehemaligen Frauenministerin Johanna Dohnal eröffnet. Auf 100m2 wird Pionierarbeit bei der wissenschaftlichen und didaktischen Aufbereitung heikler Themen rund um Sexualität und Schwangerschaftsabbruch geleistet: Welche Verhütungsmittel sind sicher? Wie wurde vor 100 Jahren verhütet? Vom Fischblasenkondom bis zum Küchentisch der Engelmacherinnen ist viel Anschauungsmaterial vorhanden. Dieser Ort der Enttabuisierung intimster Fragen wird von Schulklassen regelrecht gestürmt, bis zu vier Klassen buchen die täglichen Führungen und zahlen dabei den Eintritt aus eigener Tasche. Jugendliche erleben das Museum als einen geschützten Rahmen, wo sie auch private Fragen stellen können. "Viele Mädchen erfahren hier erstmals präzise medizinische Details über die eigene Fruchtbarkeit", erklärt Museumsführerin Anna Pichler. Wichtigste Anliegen der Jugendlichen: Verhütungsmittel zur Prävention ungewollter Schwangerschaften sollten für Jugendliche gratis zur Verfügung stehen. Denn viele junge Menschen können sich sichere Verhütungsmittel kaum leisten.

Verhütungsmuseum: Mariahilfer Gürtel 37/1. Stock, 1150 Wien Öffnungszeiten: Mi bis So 14:00 - 18:00 Uhr
www.muvs.org

Rückfragen & Kontakt:

FJ PURKARTHOFER-PR, Mobil: +43-664-4121491
info@purkarthofer-pr.at

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | PUR0001