Tumpel fordert Ausbauplan für ganztägige Schulen

Symposium im Stadtschulrat Wien - AK Präsident verlangt Umbau des Halbtags- zum Ganztagsschulsystem

Wien (OTS) - "Ein so wichtiger Zukunftsbereich wie die Bildung
darf jetzt nicht der Budgetkonsolidierung zum Opfer fallen", sagt AK Präsident Herbert Tumpel. Ganz oben auf der Liste müsse der flächendeckende Umbau des österreichischen Halbtags- auf ein Ganztagsschulsystem stehen, forderte der AK Präsident heute beim Symposium im Wiener Stadtschulrat zum Thema Ganztagsschulen: "Der Bedarf der Familien an ganztägigen Schulen ist enorm. Die lückenhafte Nachmittagsbetreuung in Österreich führt sogar dazu, dass jedes zehnte schulpflichtige Kind von vollzeitberufstätigen Eltern am Nachmittag komplett unbetreut ist." Tumpel will einen Stufenplan für den Ausbau der ganztägigen Schulen: "Das bringt bessere Förderung und gleiche Chancen für alle Kinder. Wir entlasten die Eltern davon, dass sie am Nachmittag mit den Kindern lernen oder für teure Nachhilfe zahlen müssen. Und wir würden es mehr Frauen als bisher ermöglichen, berufstätig zu sein."

"Wien ist Vorreiter beim ganztägigen Schulangebot", sagt Tumpel. Bereits jetzt hat hier jedes dritte Kind einen Betreuungsplatz auch am Nachmittag, im Bundesschnitt gibt es ganztägige Betreuung nur für jedes siebente Kind. Und die aktuellen Wiener Ausbaupläne im Bereich ganztägiger Schulen sollten ein Vorbild für ganz Österreich sein, so Tumpel: Laut Erhebung des Unterrichtsministeriums ist der Bedarf der Familien an ganztägiger Betreuung dreimal so hoch wie das Angebot. Alarmierend ist auch das Ergebnis einer AK Umfrage bei Familien, in denen beide Elternteile vollzeitberufstätig sind: Nur jedes dritte schulpflichtige Kind in diesen Familien hat einen Nachmittagsplatz in der Schule oder im Hort - und jedes zehnte Kind ist am Nachmittag sogar komplett unbetreut.

"Wir brauchen den Umbau vom Halbtags- zum Ganztagsschulsystem", sagt Tumpel. Stufenweise soll es erst eine Ganztagsvolksschule in jedem Bezirk außerhalb Wiens geben, dann sollen alle Volksschulen Ganztagsschulen werden und am Schluss die komplette Mittelstufe ganztägig geführt sein. Für den Ausbau sollen Mischfinanzierungsmodelle von Gemeinden, Ländern und dem Bund entwickelt werden. "Mit diesen Investitionen schaffen wir unmittelbar Arbeitsplätze", so Tumpel, "und vor allem verbessern wir damit die Lern- und die Zukunftschancen der Kinder, entlasten die Eltern und tragen dazu bei, dass Beruf und Familie für die Frauen vereinbar werden."

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