vida und GPA-djp kritisieren Menschenrechtsverletzungen von Paketzusteller UPS in der Türkei

ITF: Einschüchterungen und Diskriminierungen sind zu unterlassen - Haberzettl fordert UPS zum sofortigen Eintritt in den Sozialen Dialog auf

Wien (OTS/ÖGB) - Über 600 Menschen haben letzte Woche gemeinsam mit den vom privaten US-Paketdienstleister UPS gekündigten Beschäftigten an einer Kundgebung vor dem UPS-Standort in Istanbul teilgenommen. Die gekündigten Beschäftigten harren dort in einem Zelt aus, fordern vom Unternehmen ihre Wiedereinstellung sowie die Zulassung der Gewerkschaft im Betrieb. Die Gewerkschaften vida und GPA-djp und die österreichischen BetriebsrätInnen aus Unternehmen der globalen Expresspaketzusteller verurteilen gemeinsam mit der Internationalen Transportarbeiter Föderation (ITF) mit Sitz in London die Praxis von UPS in der Türkei und haben eine umfassende weltweite Solidaritätsaktion gestartet: GewerkschafterInnen aus mehr als 50 Ländern haben sich bereits an das UPS-Management gewandt. ++++

Sowohl das österreichische als auch das europäische UPS-Management schweige zu den Vorfällen weiterhin. "Leider hat die Türkei noch kein dem europäischen Standard entsprechendes Arbeitsrecht", sagt dazu Wilhelm Haberzettl, Vizepräsident der ITF und Vorsitzender der Sektion Verkehr in der Gewerkschaft vida: "Das UPS dies ausnützt und dazu noch eine derartig arbeitnehmerfeindliche Haltung an den Tag legt, verwundert mich nicht. Hat doch das Unternehmen auch in Deutschland am Standort Köln einen schwerwiegenden Diskriminierungsfall gegen einen Betriebsrat bei Gericht anhängig", so Haberzettl am Donnerstag.

"Ich fordere das UPS-Management auf, Einschüchterung und Diskriminierung der Beschäftigten zu unterlassen und mit der Gewerkschaft in der Türkei sofort in einen Sozialen Dialog einzutreten", betont Haberzettl, der auch die gängige Praxis der Servicepartner von UPS in Österreich schon seit längerem als "sehr fragwürdig" betrachtet.

"Ein faires Gesprächsklima, die Anerkennung von Kollektivverträgen und das Menschenrecht, sich kollektiv zusammenzuschließen, sind Grundpfeiler des europäischen Modells des Sozialen Dialogs", bekräftigen die Vorsitzenden von Betriebsratskörperschaften aus den österreichischen Niederlassungen von DHL-Express, DPD/Lagermax und TNT. "Ein gut gelebter Interessenausgleich geprägt durch gegenseitigen Respekt, ist zum Vorteil der Beschäftigten und des Unternehmens", so die ArbeitnehmervertreterInnen geschlossen.

Nach türkischem Arbeitsrecht müssen die Beschäftigten eines Betriebes für die Anerkennung eines durch die Gewerkschaft verhandelten Kollektivvertrages nachweisen, dass mindestens 51 Prozent der Belegschaft Mitglied bei einer Gewerkschaft sind. Ist dieser formale Akt vollzogen, wird die Gewerkschaft anerkannt und Verhandlungen können beginnen.

Das amerikanische Unternehmen UPS, das auch in Österreich als Paketzusteller am Markt aktiv ist und weltweit zu den vier Größten der Branche zählt, verweigert diese Anerkennung jedoch und hat im Gegenzug bis heute 78 MitarbeiterInnen, die der Gewerkschaft beigetreten sind, fristlos gekündigt. Eine Liste der Namen der Betroffenen und der Betriebsstandorte (Istanbul, Izmir und Ankara) liegt der Gewerkschaft vida vor.

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