Samariterbund: Pflegefonds jetzt einrichten

Schnabl: Zweckgebundene Vermögenssteuern für die Pflegefinanzierung

Wien (OTS) - Im vergangenen Jahr wurden fast zwei Milliarden Euro Bundespflegegeld ausbezahlt - im Jahr 2030 rechnet eine WIFO-Studie mit einem Aufwand von drei Milliarden Euro. Angesichts dieser Kosten forderte der Präsident des Arbeiter-Samariter-Bund Österreichs, Franz Schnabl, erneut die Einrichtung eines Pflegefonds: "In den Pflegefonds sollen nicht nur die bereits heute entrichteten Bundesgelder einfließen, sondern auch neue, zweckgebundene Steuermittel. Im Sinne einer sozialen Umverteilung wären Vermögens-und Finanztransaktionssteuern dafür prädestiniert. Wir dürfen den Faktor Arbeit nicht weiter belasten."

In einer gemeinsamen Pressekonferenz mit dem Präsidenten des Pensionistenverbandes Karl Blecha betonte Schnabl heute, die Zukunft der Pflege sei nicht nur eine Frage des Geldes, sondern vor allem eine der Qualität. "Damit wir den heutigen Standard halten können, müssen wir in das Pflegepersonal investieren. Derzeit werden 80 % aller Pflegebedürftigen in der Familie betreut. Aber unsere Familien verändern sich - in zwanzig Jahren wird dieser Anteil wesentlich kleiner sein. Und schon heute fehlen österreichweit 7.000 diplomierte Pflegekräfte", warnte Schnabl. Die Ausbildung und vor allem die Weiterbildungsmöglichkeiten des Pflegefachpersonals müssten daher aufgewertet werden. Ein Pflege-Bakkalaureat, wie es derzeit in Wien und Tirol angeboten wird, würde den Fachkräften neue Perspektiven innerhalb der Branche eröffnen. Der Präsident des Samariterbundes begrüßte sehr, dass Pflegefachkräfte künftig in die Pflegegeld-Einstufung mit einbezogen werden. Entsprechende Modellversuche starten im Spätherbst in fünf Bundesländern.

Nicht zuletzt müssten in den kommenden zehn Jahren auch professionelle Betreuungseinrichtungen stark gefördert werden, um dem veränderten Pflegebedarf der Zukunft gerecht zu werden. "Wir brauchen nicht nur neue Pflegeheime, sondern auch betreutes und betreu-bares Wohnen, Senioren-WGs, Tagesbetreuungsstätten und mehr mobile Betreuung - ein breit differenziertes Angebot für die neue Generation 70plus", schilderte Schnabl seine Vision. Dafür könnten Mittel aus der Wohnbauförderung zweckgewidmet werden.

Schließlich erneuerte der Präsident des Samariterbundes die Forderung nach einer gesetzlich verankerten Valorisierung des Pflegegeldes, für die sich auch der Pensionistenverband seit Jahren einsetzt.

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