Rund 500 Häuslbauer jährlich in Spitalsbehandlung

Häufigste Unfallursachen sind Unkonzentriertheit und Stress.

Wien (OTS) - Rund 500 Menschen verletzen sich in Österreich jährlich beim privaten Hausbau so schwer, dass sie im Krankenhaus behandelt werden müssen. Die Verletzungen reichen von Schnittwunden bis zum Knochenbruch: Mehr als ein Drittel (37%) der Verletzten ziehen sich Knochenbrüche zu, ein Viertel der Verletzungen sind offene Wunden (24%). Bei jedem Zehnten mussten Sehnen- und Muskelverletzungen behandelt werden.
Von Verletzungen betroffen sind überwiegend die unteren Extremitäten (52%), allen voran die Füße und Zehen. "Die meisten Häuslbauer legen am Bau selbst Hand an, vor allem um Kosten zu sparen. Dabei darf aber im Gegenzug nicht bei der Sicherheit gespart werden", sagt Anton Dunzendorfer, Leiter des Bereichs Forschung im Kuratorium für Verkehrssicherheit (KfV).

Jeder dritte Unfall beim privaten Hausbau ist ein Sturz aus der Höhe Häufigste Unfallursache ist Unkonzentriertheit: Jeder Zweite (57%), der sich beim Hausbau verletzte, gab an, zerstreut oder abgelenkt gewesen zu sein. Zweithäufigste Unfallursache ist Stress oder Hektik (9%). "Wer sich konzentriert und mit Ruhe ans Werk macht, ist dementsprechend weniger anfällig für Unfälle. Die Verletzungsgefahr bei Arbeiten am Bau wird aber insgesamt von vielen unterschätzt: Auch wenn man viele Tätigkeiten selbst machen kann, sollte dies mit entsprechender Vorbereitung geschehen", erklärt Dunzendorfer. Ein typischer Hausbauunfall ist der Sturz vom Gerüst oder von einer Leiter, z.B. aufgrund eines Fehltritts. Das führt dazu, dass etwa ein Drittel (34%) aller Unfälle Stürze aus der Höhe sind, 13 Prozent sind Quetschungen oder Verletzungen durch Einklemmen.

Schutzausrüstung und angemessene Vorbereitung reduzieren das Unfallrisiko
"Beim privaten Hausbau werden oft Sicherheitsnormen, die für den gewerblichen Hausbau gelten, wie etwa das Tragen von Sicherheitsschuhen und Helm, nicht beachtet. Dementsprechend ernst können die Konsequenzen eines Unfalls sein", weiß Dunzendorfer. Mangelnde Schutzausrüstung führt immer wieder zu schweren Verletzungen, wie etwa ein Metallsplitter im Auge, weil die Schutzbrille vergessen wurde, oder ein eingetretener Nagel im Fuß, weil auf Sicherheitsschuhe verzichtet wurde. "Unbedingt notwendig ist das Absichern von diversen Absturzstellen, eine gründliche Planung aller Bauwege, die korrekte Lagerung von Baumaterial und das Tragen von Schutzausrüstungen wie Helm, Schutzbrille und Sicherheitsschuhen. Denn durch angemessene Planung und Vorbereitung kann die Unfallgefahr deutlich reduziert werden", schließt Dunzendorfer.

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Kuratorium für Verkehrssicherheit, Kommunikation & Öffentlichkeitsarbeit
Bakk.phil. Elisabeth Gerstendorfer
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