ÖGB-Oberhauser: Betriebliche Gesundheitsförderung ausbauen

Ältere ArbeitnehmerInnen - das verborgene Gold in den Unternehmen

Wien (OTS/ÖGB) - Bald werden die über 45-Jährigen die größte ArbeitnehmerInnengruppe in den Betrieben sein. Sie sind damit -gerade auch in der Krise - das verborgene Gold in den Unternehmen. ÖGB-Vizepräsidentin Sabine Oberhauser forderte Mittwochabend bei einer Veranstaltung der Sozialpartnerinitiative "Fit für die Zukunft" in Wien verstärkte Anstrengungen im Bereich des ArbeitnehmerInnenschutzes um die körperlichen und psychischen Beanspruchungen der ArbeitnehmerInnen zu reduzieren und gleichzeitig gesundheitsförderliche Maßnahmen auszuweiten.++++

Laut verschiedenen Studien sind rund die Hälfte aller Krankenstände auf Belastungen am Arbeitsplatz zurückzuführen. Alleine sechs bestimmte körperliche Anstrengungen verursachen jährlich rund drei Milliarden Euro gesamtwirtschaftliche Kosten. Oberhauser: "Durch flächendeckende Prävention und Gesundheitsförderung in Betrieben könnte großes menschliches Leid verhindert und gleichzeitig sehr viel Geld gespart werden. Wir müssen dieses verborgene Gold zum Wohle der Beschäftigten und der Betriebe heben."

Die Sozialpartner in Österreich haben die Herausforderung des alternsgerechten Arbeitens frühzeitig erkannt und gemeinsame Initiativen zur Bewusstseinsbildung für eine alternsgerechte Arbeitwelt gesetzt. Da ist viel passiert. ExpertInnenhearings und Veranstaltungen wurden organisiert, Broschüren sind herausgegeben worden. Auf einer eigenen Sozialpartner-Homepage "www.arbeitundalter.at" wird das Thema sensibilisiert und einen Zugang zu Best Practice-Beispielen geschaffen.

"BetriebsrätInnen und PersonalvertreterInnen sind dabei als VertreterInnen der ArbeitnehmerInnen nicht selten mit dem Problem des Generationenkonflikts konfrontiert, da sie die Interessen der Älteren und der Jüngeren vertreten müssen. Sie stehen somit immer wieder zwischen zwei Fronten und werden mit wechselseitigen Vorurteilen konfrontiert. Immer wenn ältere ArbeitnehmerInnen krank sind oder ihr Beschäftigungsverhältnis in Gefahr ist, dann sind BetriesbrätInnen Troubleshooter", so Oberhauser.
"Auf überbetrieblicher Ebene benötigen wir ein umfassendes Präventions- und Gesundheitsförderungsgesetz, das einen alternsgerechten ArbeitnehmerInnenschutz in den Betrieben umsetzen hilft. Auf der betrieblichen Ebene braucht es verstärkte Anstrengungen im Bereich des ArbeitnehmerInnenschutzes um die körperlichen und psychischen Beanspruchungen der ArbeitnehmerInnen zu reduzieren und gleichzeitig gesundheitsförderliche Maßnahmen zu verstärken", forderte die ÖGB-Vizepräsidentin.

Derzeit kommen in Österreich nur ca. zwei Prozent aller ArbeitnehmerInnen in den Genuss von qualitätsgesicherter Betrieblicher Gesundheitsförderung. Oberhauser verlangte daher eine stärkere Verankerung von Arbeits- und OrganisationspsychologInnen als Präventivfachkräfte sowie an mehr Verbindlichkeit bei Maßnahmen der betrieblichen Gesundheitsförderung.(ff)

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