IFK-Vortrag geht dem "diskreten Charme" des Formulars nach

Wien (OTS) - Formulare, Behörden, Rationalisierung, aber auch Dienstleister und Serviceunternehmen: Kommenden Montag (31.5.) setzt sich der Historiker Peter Becker mit der Geschichte des Formulars, dessen Ursprünge tief ins 18. Jahrhundert reichen, auseinander. Der 1962 geborene Historiker sieht dabei immer zwei Aspekte: Die Rationalisierungstendenz im Inneren von Ämtern, und die oftmals schwierige Kommunikation zwischen Behörde und Individuum.

Das Bemühen um Verständlichkeit geht ebenfalls ins 18. Jahrhundert zurück: Joseph von Sonnenfels publizierte etwa im Jahr 1782 eine der ersten Überlegungen zur Entwicklung einer nachvollziehbaren Behördensprache. Geholfen hat es freilich nicht immer: Mit der Verrechtlichung der Behören im 19. Jahrhundert trat die Verständlichkeit zugunsten innerer Modernisierung der Ämter zurück. Steigende Genauigkeit, etwa durch vermehrte Tabellen und Bezifferungen brachten zugleich auch Unruhe in die Beamtenschaft, wie Becker berichtet: Behörden mussten sich immer wieder neu organisieren, um der zunehmenden Komplexität der Gesellschaften halbwegs gerecht zu bleiben. Ein Zustand, der bis heute andauert.

Das Bemühen um Verständlichkeit wurde grosso modo erst in den 1970er Jahren zu einem gesellschaftlichen Anliegen: Frauen wollten nicht mehr als "Männer" angesprochen werden, Verwaltungschefs und Politiker begannen allerortens den Amtsschimmel zu entsorgen, Finanzämter begannen Steuerformulare sukzessive verständlicher zu formulieren, auch die offizielle Verwaltungssprache wurde geschlechtssensibel.

Peter Becker ist gegenwärtig Fellow am Internationalen Forschungszentrum Kulturwissenschaften (IFK). Sein Vortrag am 31.5. im IFK (Reichsratstraß2 17) startet um 18.00 Uhr und ist gratis zu besuchen. www.ifk.ac.at. (Schluss) hch

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